26. Oktober
2005
Erfolgreich
ist, wer durchhält
Die
Galerie Leipziger Schule und VorOrtOst feiern Jubiläum
Gegenbeispiele
gibt es immer. Doch in etlichen großen Städten,
zu denen Leipzig jetzt einmal zählen darf, ist der Osten
ärmer als der Westen. Da Kunst auf Käufer angewiesen
ist, sind Galerien in der Ostvorstadt und dahinter selten.
Es geht nur auf Inseln und mit Enthusiasmus. So werden dort
auch Jubiläen gefeiert.
Im Hotel Leipziger Hof begeht Klaus Eberhard, „der Professor“,
den zehnten Jahrestag seiner ersten Ausstellung im damals
neuen Galerie- und Konferenztrakt des Hauses. Die Ausstattung
der Herberge selbst mit hiesiger Kunst auf allen Fluren, in
allen Zimmern, ist noch zwei, drei Jahre älter. Eberhard,
Teilchenphysiker, lange in den USA tätig, Münchner,
war dort durch Zufall zum Hotelier geworden (und lehrte weiter
Geschichte der Physik). Er hatte dann seit Beginn der 90er
an der Pleiße, wie die ganze Branche, erheblich zu kämpfen.
Die leicht schiefe Marke „Hier schlafen sie mit einem
Original“ ist ganz schuldlos daran. „Der Anteil
der Gäste, die wegen der Kunst kommen,“ sagt der
Professor, „ist einfach zu klein.“
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| Kunstsammler:
Klaus Eberhard (Foto: André Kempner) |
Eine
Galerie hilft, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, Die mit
der Hotel-Sammlung begonnene Ausrichtung der Leipziger Schule
– man erinnere, wie sie anfangs als kontraproduktiv
und antimodern gescholten wurde – bestimmte auch das
Galerie-Geschehen. 40 Ausstellungen hat es gegeben. Mit Ausnahmen
waren das Personalauftritte. Werner Tübke machte den
Auftakt und blieb ein gern gesehener Gast über die Jahre
der „Künstleressen“ nach der Eröffnung
oder bei den meist honorarfreien Konzerten von Gewandhausmusikern.
Das Spektrum der Präsentationen ist sehr breit, es reicht
von „Drei mal Ebersbach“ über Sighard Gille
und seine Schüler, Michael Triegel bis Fischer-Art, der
auch die Toreinfahrt bemalte. Inzwischen ist die Galerie in
„Leipziger Schule“ umgenannt, mit Berechnung,
aber mit Berechtigung, beachtet man die Sammlung des Hotels
und die Ausstellungsgeschichte.
Große Erfolg hatte die Galerie nicht, der Betrieb hält
sie am laufen, und der Professor ist sparsam. Er ist sehr
sparsam. Anders wäre es nicht gegangen, meint er. Erst
seit den vergangenen Jahren wirft das Haus einen kleinen Gewinn
ab, davor erhöhte alles, was die Galerie betraf, das
Defizit. „Es ist ja auch eine Erfolgsgeschichte für
Leipzig. Wir sind stolz darauf, dass wir es bis heute geschafft
haben. Viele haben dafür ihre Dienstleistungen kostenlos
oder für sehr wenig Entgelt gegeben – wirklich
eines der schönsten Dinge, die ich erlebe – und
hoffe das wir davon in Zukunft etwas zurückgeben können.“
[…]
Meinhard
Michael
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