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Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung
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"Künstler-Menü mit Enfant terrible" (05. Dezember 1998)
"Mike Krüger blödelt im Leipziger Hof" (13. Juni 1998)
"Solischnitte der Aufschwungtorte blieb im Osten" (13. Dezember 1997)
"Leipziger Allerlei" (04. Oktober 1997)
"Ein Physiker macht sein Hotel zum Musentempel" (06. Januar 1996)
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| Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung, 05. Dezember 1998 |
"Schön bunt, lustig und vor allem provokant", so begründete es Schriftsteller Erich Loest im Gespräch mit Michael Fischer-Art und Hausherr Prof. Klaus Eberhard (v.l.), warum ihm die Art des jungen Leipzigers so gefällt. Foto: Grubitzsch
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Künstler-Menü mit Enfant terrible
Vom "marktwirtschaftlichen Realismus" und kulinarischen Genüssen
Leipzig(jg). Das noch malfeuchte und mit 2000 Quadratmetern größte Bild des Künstlers, das Wandgemälde an einem Neubau der Dresdner Universität, fehlte aus naheliegenden Gründen. Ansonsten hatten Prof. Klaus Eberhard, Hausherr des Galeriehotels "Leipziger Hof", und seine rührige Organisatorin Anja Horsch ganze Arbeit geleistet. Denn zum ersten Mal überhaupt gab es hier eine Einzelschau des jungen einheimischen Malers und Graphikers Michael Fischer-Art zu sehen. Wie über fünf Dutzend große und kleine Formate aus ganz Deutschland waren dazu aus der ersten Schaffensdekade des 31-jährigen zusammengetragen worden. Zwei Türen aus der einstigen Studentenbude mit Selbstbildnis und Küchenstilleben machten die wohl gewichtigsten Exponate aus. Vor allem konnte man der facettenreichen Auswahl entnehmen, daß der durch seine Bilder an der Messezufahrt der B 2 oder die jüngste Ausgestaltung der neuen Brühl Arkade oft als "Plakatkünstler" Gesehene auch über einen sehr intimen Strich verfügt. "Marktwirtschaftlicher Realismus ab", so lautet das Credo von Fischer-Art. Kunst geht kreativ nach Brot, ließe sich das nüchtern übersetzen, hinge da nicht der Gedanke dran, "daß man die Menschen berühren muß". Was nach Kampfansage an eine abgestumpfte, hektische Welt klingt, ist auch so gemeint. "Ein Moment des Verweilens, des Lachens, des Schockiertseins. Wenn ich das erreiche", sagt der Künstler, " ist das schon wahnsinnig viel." Und mit seinem "schön bunt, lustig und provokant" bescheinigt ihm kein Geringerer als der Schriftsteller Erich Loest, daß ihm das gelingt. Im Galeriehotel, wo die größte private Sammlung der "Leipziger Schule" hängt, löste die Vernissage von Fischer-Art einen wahren Ansturm Kunstbeflissener und Neugieriger aus. Dabei kam das von Küchenchef Jörn Stolba komponierte Künstler-Menü zu verdienten Ehren. Eine Rote-Bete-
Petersilienwurzel-Suppe mit frischem Kerbel und Forellenkaviar machte Appetit, den man im Anschluß mit ausgelöster Keule von der Mastgans stillen konnte; als Dessert gab es marinierte Trockenfrüchte in Portweingelee.
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| Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung, 13. Juni 1998 |
Mike Krüger blödelt im Leipziger Hof
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Mike Krüger blödelt im Leipziger Hof
Den Blödelbarden Mike Krüger begrüßten Direktor Hannes Horsch (links) und Inhaber Prof. Dr. Klaus Eberhard (rechts) im Hotel Leipziger Hof.
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| Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung, 13. Dezember 1997 |
Solischnitte der Aufschwungtorte blieb im Osten
Kabarettist Gerhard Polt eröffnete Gille-Ausstellung im "Leipziger Hof"
Leipzig (jg). Wo gleich drei Ereignisse zum Fest rufen, werden Neugier und Laune der Gäste potenziert. Im Hotel "Leipziger Hof" verfehlten das Fünfjährige des Hauses, die Einweihung des neuen Tagungsraums für 60 Personen und die 10 Ausstellung in der hauseigenen Galerie diese Wirkung nicht. Zur Vernissage konnte Hausherr Prof. Dr. Klaus Eberhard rund 150 Vertreter der Kulturszene begrüßen. Und aus München war extra der Kabarettist Gerhard Polt angereist, um über seinen Malerfreund und dessen Werk zu sprechen. Sighard Gille, Vertreter ihrer mittleren Generation, ist schon seit Jahrzehnten ein Aushängeschild der sogenannten Leipziger Schule. Besuchern der Stadt ist er mindestens durch sein riesiges Wand- und Deckengemälde im Gewandhaus bekannt. Im Westen hatte er sich nicht zuletzt durch eine Personalschau in der Sammlung Ludwig einen Namen gemacht. Die jetzige Ausstellung zeigt Bilder, Zeichnungen und Grafiken zu Problemkreisen, mit denen sich der Künstler seit 1989 befaßt: "Das Auswildern, die Kokons, das sich Verpuppen, der Ausbruch, die leeren Hüllen: "Im Mittelpunkt die über drei Meter hohe Figur "Jahrtausendschwelle" und das Gemälde "Aufschwung Ost". Polt stimmte in launig, hintersinniger Weise auf das Erlebnis ein. Senf zur Kunst wolle er nicht geben, nur zum Umfeld sprechen: "Kunstmaler zu werden ist heut ein Wahnsinn. Es sei denn, man stilisiert für eine Immobilienfirma mit Pinsel und Palette gegen gutes Salär ein Altstadtviertel zum Bohèmequartier hoch", lautete seine erste These. Das Verhältnis zum Galeristen pointierte die Anekdote vom verhungernden Künstler, dessen Röntgenbilder besser als seine Stilleben gingen. Und Zusammenwachsen von Ost und West erübrige sich, wie röhrende Hirsche in allen deutschen Schlafzimmern bewiesen. Gille quittierte ihm mit gleicher Münze, in dem er von der zum Dank überreichten "Aufsschwung-Ost-Torte" die Solischnitte gleich einbehielt.
 | Da die ohnehin nur aus Kunststoff war , hielt sich der Kabarettist an Hefeweizen und ein Menü, das Küchenchef André Dietze aus Karpfen-Gemüsesülzchen, einem Dialog von Hasenrückenfilet und Wildschweinmedaillon mit Speckrosenkohl und Steinpilznudeln und einer speziellen Dessertvariation komponiert hatte. Das mundete. Kein Wunder, hat sich doch der 28-jährige bereits in den "Feinschmecker" und gerade erst auf den dritten Platz der Leipziger Hotelrestaurants gekocht. Mindestens ebenso hoch wird das gemütliche Hotel im altstädter Kiez längst von auswärtiger Kunst- und Kulturprominenz und der einheimischen Bohème geschätzt. Die Sammlung Leipziger Malerei aus acht Jahrzehnten findet außerhalb des örtlichen Bildermuseums nicht ihresgleichen. Neben Personalausstellungen bringen interessante Gesprächsrunden viel Publikum ins Haus. Ein Biergarten, der im Innenhof zur nächsten Freiluftsaison sein Debüt geben wird, und vor allem das gerade fertig gestellte Atelier, das im Frühjahr der erste Künstler als Stipendiat des Hauses beziehen wird, dürften die Anziehungskraft noch steigern.
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| Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung, 04. Oktober 1997 |
Leipziger Allerlei
Eine neue Ausstellung in der Galerie des Hotels "Leipziger Hof" erwartet die Besucher. Hausherr Prof. Dr. Eberhard hatte die Karikaturisten Luis Murschetz und Rainer Schade dafür gewonnen. Die Schau mit politisch-satirischen Blättern nennt sich "Schräglage". Der Leipziger Schade und der Münchner Murschetz interpretieren auf ihre künstlerische Art Entwicklungen der letzten Jahre. Außerdem sind im "Leipziger Hof" über 200 Arbeiten Leipziger Künstler in einer Dauerausstellung zu sehen.
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| Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung, 06. Januar 1996 |
Das stilvolle Gewandhauszimmer bezieht seinen Namen aus den Bildern zur Geschichte des berühmtesten Orchesters der Stadt. Foto: Grubitzsch
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Ein Physiker macht sein Hotel zum Musentempel
"Leipziger Hof" eröffnete mit Tübke-Ausstellung seine Kunstgalerie / Im Hof entsteht Atelier
LEIPZIG (jg). Kunst bringt Gäste. Was im Beherbergungsgewerbe als ein erfolgversprechender Trend gilt, hat in Sachsens Messemetropole geradezu Hochkonjunktur.
Kein Wunder. Erstens ist die, ob ihres vielfältigen Pinselstrichs, seit Jahrzehnten gerühmte Leipziger Schule aus erklärlichen Gründen im Westen noch wenig bekannt. Zweitens hat das Kunstmuseum der Stadt angesichts seiner reichen Schätze und der bevorstehenden Vertreibung aus dem ehemaligen Reichsgericht kaum Gelegenheit, eine größere Auswahl zu zeigen.
Da springen Hotels, in denen ohnehin die kaufkräftigsten Kunstliebhaber ein- und ausgehen, gern für die Promotion ein. Die einen laden regelmäßig zu Vernissagen Leipziger Maler und Grafiker ein. Andere haben ihre Gasträume mit deren Werken dekoriert und erleichtern ihren Gästen damit das Kennenlernen einer sehenswerten Kunst.
Einen Schritt weiter geht jetzt der Leipziger Hof. Das stilvolle Hotel der gehobenen Mittelklasse, östlich vom Hauptbahnhof am Neustädter Markt gelegen, strebt offensichtlich danach, ein Domizil für die Bohème zu werden. Vor drei Jahren wurde das denkmalgeschützte Eckhaus in einem Quartier der Jahrhundertwende gekonnt zum Hotel umgestaltet. Anspruchsvolle Gäste finden seitdem in 73, oft eigenwillig geschnittenen, modern ausgestatteten Zimmern ein angenehmes Zuhause auf Zeit. In lichten Kellerräumen locken Sauna, Solarium, Whirlpool und Trimmgeräte zur aktiven Erholung. Vier Etagen darüber laden zum Streifzug durch Leipziger Malerei des 20. Jahrhunderts ein. Rund 150 Werke, der Bogen spannt sich von Käthe Kollwitz bis in die Gegenwart, hat der Münchner Physiker Prof. Dr. Klaus Eberhard als Hausherr hier zusammengetragen.. Auch Personalausstellungen gab es schon.
Mit Werner Tübke hatte Hausherr Klaus Eberhard einen Altmeister der Leipziger Schule für die Premiere der Galerie im Hotel Leipziger Hof gewonnen. | Seit Dezember hat das Hotel nun auch eine eigene Kunstgalerie. Werner Tübke gab der Premiere ihren Glanz. Wer einen der figurenmächtigsten Maler unserer Zeit bisher nur vom Bauernkriegs-Pandämonium beim thüringischen Frankenhausen kennt, dem mit 1722 qm Fläche größten jemals in Deutschland gemalten Bild, der war sicher erstaunt über diese intime Begegnung. Gezeichnete Studien machen das Ringen um Bildaussagen nachvollziehbar. Seine Lithographien verschlüsseln Lebensweisheit. In den Aquarellen präsentiert sich ein zeichnerischer Gourmet. Zwei Monate ist diese oppulente Schau noch zu sehen. Dann werden Tübke andere Repräsentanten der Leipziger Schule folgen, Mayer-Foreyt, die Ebersbachs, Heisig,...Anke Krause, die als Kunsthistorikerin unlängst zum Hotelteam stieß, hat große Pläne. "Hotel und die kommerziell betriebene Galerie", sagt der junge Direktor Michael Reinhold, "sollen eigenständig wirken und zugleich eine Einheit bilden." Mit 60 Prozent Zimmerauslastung ist er sehr zufrieden. "Aber wo sich immer mehr Häuser um Gäste bemühen, kann der Wink mit der Kunst kaum schaden", denkt er auch daran, der hiesigen Bohème ein Domizil anzubieten. Das Gewandhauszimmer verleiht mittleren Musenrunden ein stimmungsvolles Ambiete. Tagen kann man in der Galerie, plauschen in den gemütlichen Ecken des Restaurants. Der Koch hat sich mit einem kleien, dafür ständig wechselnden Angebot auf ausgefallene Geschmäcker eingestellt. Zum intimen Plausch laden im Restaurant einige gemütliche Ecken ein.
 | So tummelt sich unter den Vorspeisen ein halbes Dutzend Weinbergschnecken zwanglos neben dem zarten Matjesfilet, Carpaccio und gepökelten Gänsekeulen. An Wein wird dazu bodenständiger von Saale/Unstrut und Meißen, Württemberg und Badischer oder auch Franzose, Itlaiener, Karlifornier und Südafrikaner kredenzt. Um den Anspruch als Kunsthotel zu untermauern, hat Klaus Eberhard noch einen Trumpf in der Hinterhand. "Im Hof wird noch ein 40 qm großes Atelier entstehen." Hochbegabte junge Künstler aus dem Ausland werden hier für einige Monate unbeschwert von Alltagsproblemen ihrer Kunst nachgehen. Die rege Kommunikation mit Vertretern der Leipziger Schule, ist der Physikprofessor aus eigener Erfahrung überzeugt, wird beide Seiten kreativ inspirieren. Im "Probelauf" eines Tschechen, von dem ein Bild im Foyer zeugt, hat sich das Mäzenatentum, das über Präsentationen und Verkaufsförderung hinausgeht, jedenfalls augenscheinlich bewährt.
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