Galerie Hotel Leipziger Hof
Galerie Hotel Leipziger Hof
Hedwigstr. 1-3
04315 Leipzig
Tel: 0341/6974-0
Fax: 0341/6974-150

06.01.96

Das stilvolle Gewandhauszimmer bezieht seinen Namen aus den Bildern zur Geschichte des berühmtesten Orchesters der Stadt. Foto: Grubitzsch

Ein Physiker macht sein Hotel zum Musentempel

"Leipziger Hof" eröffnete mit Tübke-Ausstellung seine Kunstgalerie / Im Hof entsteht Atelier

LEIPZIG (jg). Kunst bringt Gäste. Was im Beherbergungsgewerbe als ein erfolgversprechender Trend gilt, hat in Sachsens Messemetropole geradezu Hochkonjunktur.

Kein Wunder. Erstens ist die, ob ihres vielfältigen Pinselstrichs, seit Jahrzehnten gerühmte Leipziger Schule aus erklärlichen Gründen im Westen noch wenig bekannt. Zweitens hat das Kunstmuseum der Stadt angesichts seiner reichen Schätze und der bevorstehenden Vertreibung aus dem ehemaligen Reichsgericht kaum Gelegenheit, eine größere Auswahl zu zeigen.

Da springen Hotels, in denen ohnehin die kaufkräftigsten Kunstliebhaber ein- und ausgehen, gern für die Promotion ein. Die einen laden regelmäßig zu Vernissagen Leipziger Maler und Grafiker ein. Andere haben ihre Gasträume mit deren Werken dekoriert und erleichtern ihren Gästen damit das Kennenlernen einer sehenswerten Kunst.

Einen Schritt weiter geht jetzt der Leipziger Hof. Das stilvolle Hotel der gehobenen Mittelklasse, östlich vom Hauptbahnhof am Neustädter Markt gelegen, strebt offensichtlich danach, ein Domizil für die Bohème zu werden. Vor drei Jahren wurde das denkmalgeschützte Eckhaus in einem Quartier der Jahrhundertwende gekonnt zum Hotel umgestaltet. Anspruchsvolle Gäste finden seitdem in 73, oft eigenwillig geschnittenen, modern ausgestatteten Zimmern ein angenehmes Zuhause auf Zeit. In lichten Kellerräumen locken Sauna, Solarium, Whirlpool und Trimmgeräte zur aktiven Erholung. Vier Etagen darüber laden zum Streifzug durch Leipziger Malerei des 20. Jahrhunderts ein. Rund 150 Werke, der Bogen spannt sich von Käthe Kollwitz bis in die Gegenwart, hat der Münchner Physiker Prof. Dr. Klaus Eberhard als Hausherr hier zusammengetragen.. Auch Personalausstellungen gab es schon.

Mit Werner Tübke hatte Hausherr Klaus Eberhard einen Altmeister der Leipziger Schule für die Premiere der Galerie im Hotel Leipziger Hof gewonnen.
Seit Dezember hat das Hotel nun auch eine eigene Kunstgalerie. Werner Tübke gab der Premiere ihren Glanz. Wer einen der figurenmächtigsten Maler unserer Zeit bisher nur vom Bauernkriegs-Pandämonium beim thüringischen Frankenhausen kennt, dem mit 1722 qm Fläche größten jemals in Deutschland gemalten Bild, der war sicher erstaunt über diese intime Begegnung. Gezeichnete Studien machen das Ringen um Bildaussagen nachvollziehbar. Seine Lithographien verschlüsseln Lebensweisheit. In den Aquarellen präsentiert sich ein zeichnerischer Gourmet. Zwei Monate ist diese oppulente Schau noch zu sehen. Dann werden Tübke andere Repräsentanten der Leipziger Schule folgen, Mayer-Foreyt, die Ebersbachs, Heisig,...Anke Krause, die als Kunsthistorikerin unlängst zum Hotelteam stieß, hat große Pläne. "Hotel und die kommerziell betriebene Galerie", sagt der junge Direktor Michael Reinhold, "sollen eigenständig wirken und zugleich eine Einheit bilden." Mit 60 Prozent Zimmerauslastung ist er sehr zufrieden. "Aber wo sich immer mehr Häuser um Gäste bemühen, kann der Wink mit der Kunst kaum schaden", denkt er auch daran, der hiesigen Bohème ein Domizil anzubieten. Das Gewandhauszimmer verleiht mittleren Musenrunden ein stimmungsvolles Ambiete. Tagen kann man in der Galerie, plauschen in den gemütlichen Ecken des Restaurants. Der Koch hat sich mit einem kleien, dafür ständig wechselnden Angebot auf ausgefallene Geschmäcker eingestellt.
Zum intimen Plausch laden im Restaurant einige gemütliche Ecken ein.
So tummelt sich unter den Vorspeisen ein halbes Dutzend Weinbergschnecken zwanglos neben dem zarten Matjesfilet, Carpaccio und gepökelten Gänsekeulen. An Wein wird dazu bodenständiger von Saale/Unstrut und Meißen, Württemberg und Badischer oder auch Franzose, Itlaiener, Karlifornier und Südafrikaner kredenzt. Um den Anspruch als Kunsthotel zu untermauern, hat Klaus Eberhard noch einen Trumpf in der Hinterhand. "Im Hof wird noch ein 40 qm großes Atelier entstehen." Hochbegabte junge Künstler aus dem Ausland werden hier für einige Monate unbeschwert von Alltagsproblemen ihrer Kunst nachgehen. Die rege Kommunikation mit Vertretern der Leipziger Schule, ist der Physikprofessor aus eigener Erfahrung überzeugt, wird beide Seiten kreativ inspirieren. Im "Probelauf" eines Tschechen, von dem ein Bild im Foyer zeugt, hat sich das Mäzenatentum, das über Präsentationen und Verkaufsförderung hinausgeht, jedenfalls augenscheinlich bewährt.
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Letztes Update: 21.9.2006