Galerie Hotel Leipziger Hof
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04315 Leipzig
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Fax: 0341/6974-15
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Caroline Kober und Henrik Pillwitz in der Galerie Leipziger Hof, Ausstellungseröffnung 22.1.2005



Caroline Kober    [Vita]
Henrik Pillwitz    [Vita]

DIE WANDERUNG
Malerei

     
Henrik Pillwitz, Steg, 2002
Tempera/Pastell auf Papier, 65 x 85 cm



Caroline Kober, Eurydikes Traum, Bl. 1,
2004 Acryl auf Papier, 30 x 40 cm

Ausstellungsdauer: 23.1. - 3.4.2005
Zur Ausstellungseröffnung sprach die Leipziger Kunsthistorikerin Dr. Ina Gille.

Eröffnungsansprache Dr. Ina Gille
Fotos von der Eröffnung und Nachfeier



Fotos von der Eröffnung
der Ausstellung am 22.1.2005 in der Galerie und im Restaurant des Galerie Hotels Leipziger Hof


Dr. Ina Gille eröffnet die Ausstellung


Über 100 Besucher waren zur Eröffnung gekommen. Vorne rechts Rainer Behrendts, ehemaliger Kustos der Universität Leipzig.


Henrik Pillwitz (re.) und Hausherr Klaus Eberhard unmittelbar nach der Eröffnung der Ausstellung. Noch ist die Anspannung in den Gesichtern zu sehen.


Von links: Caroline Kober, Henrik Pillwitz, Hausherr Klaus Eberhard


.. im Restaurant beim Künstlermenü (5 Gänge) ging es schon lockerer zu. Von links: Ina Gille, Caroline Kober, Henrik Pillwitz, unbekannt, Katrin Kunert





Akos Novaky (li.) in nachdenklichem Gespräch mit Ina Gille und Caroline Kober.





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Henrik Pillwitz
„...Es ist der Blick, der ausdauernd und geduldig auf den Dingen ruht, der sie fixiert und abwartet, bis sie ihre Ausstrahlung offenbaren. Es ist eine Art des Schauens, die an Sten Nadolnys Held in ,Die Entdeckung der Langsamkeit‘ erinnert, der unendlich viel länger für die Betrachtung der Welt braucht als die anderen, aber dadurch belohnt wird, dass er auch auf berauschende Weise viel mehr wahrnimmt. Dieser Blick hält Pillwitz's Bilder zusammen wie ein gemeinsamer Fix- und Gravitationspunkt, der außerhalb der eigentlichen Arbeiten liegt. Er nähert sich dem Bildgegenstand – mit Vorliebe Steinen, geologischen Formen, Organischem – als Sammler, der nach Walter Benjamin ein ,Physiognomiker der Dingwelt‘ ist und in Dingen wie in einer Karte zu lesen versteht...“
© Alexander Wendt

1962 geboren in Leipzig
1986-91 Studium der Elektrotechnik an der FHS
Verkehrstechnik Dresden, Ingenieur
1993-95 Studium der Malerei/ Grafik/ Fotografie
an der Hochschule für Kunst/Design
Halle, Burg Giebichenstein
1995-98 Studium der Malerei/ Grafik an der
Hochschule für Grafik und Buchkunst
Leipzig bei Prof. Sighard Gille, Diplom
1998-01 Meisterschüler bei Prof. Sighard Gille
an der HGB Leipzig
seit 1998 freischaffend in Leipzig
2004 Stipendium Künstlerhaus Hooksiel,
Wangerland/Niedersachsen


Zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen
im In- und Ausland

www.Henrik-Pillwitz.de   ^

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Caroline Kober
„...Sie träumt von einer Uhr ohne Zeiger und Zifferblatt. Sie schüttet Leben aus auf die Papiere, ohne wenn und aber. Versunken in den Bildwelten findet sie den Mut zur Stille, findet sie den Mut stillzustehen, tief durchzuatmen und mit Farbe und Form nachzudenken, einfach so, und es gelingt ihr zuzulassen, was sich da herauskristallisiert. Da ist ein Sehnen, eine unstillbare Freude am Leben, auch leiser Spott findet sich, eine undefinierbare Wehmut, eine Heiterkeit, eine Leichtigkeit, ein Anfang und ein Ende und ein Anfang... Mit zartem Farbschmelz dirigiert sie ihre innere Musik. Schicht um Schicht lagert sich durchscheinend ab, was sie zu sagen hat, wofür es aber keine Worte gibt. Mit schlafwandlerischer Sicherheit legt die Künstlerin Schlingen aus, um das Glück zu fangen, weit weg von einer berechtigten Skepsis dem Alltag gegenüber...“
© Karin Weber

1962 geboren in Leipzig
1978-81 Lehre und Tätigkeit als Schriftsetzerin
1981-86 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Dietrich Burger, Prof. Volker Stelzmann und
Prof. Arno Rink, Diplom
seit 1986 freischaffend in Leipzig
1993 Stipendium der Stiftung Kulturfond e. V. Berlin
1994 Stipendium der Philip Morris Kulturförderung und Arbeitsaufenthalt auf Schloß Moritzburg bei Dresden

EINZELAUSSTELLUNGEN (Auswahl)
1988 Galerie Nord, Leipzig mit B. Kober (Fb)
Schaufenster, Berlin
Galerie Treptow, Berlin
1989 Galerie Barbakane - Moritzbastei, Leipzig
1990 Galerie Süd, Leipzig (Fb)
1991 Dreiklang, Neuer Leipziger Kunstverein e. V.,
Museum der bildenden Künste, Leipzig,
mit G. Horlbeck und V. Baumgart (Kat.)
1992 Galerie im Leibniz-Klub, Leipzig
1993 Das transgenetische Nashorn,
mit Hael Yggs, Galerie Fiedler, Leipzig
Amerikahaus, Leipzig
1994 Flughafen, Leipzig-Schkeuditz
Räderwerk, Galerie Mitte, Dresden (Kat.)
1995 AGAIN AND AGAIN, Galerie Fiedler, Leipzig (Kat.)
Galerie Blüthner im alten Rathaus, Leipzig
1996 Eingriff, Bayerische Vereinsbank, Leipzig
HERBSTZEITLOS, Regierungspräsidium, Leipzig
mit Kirsten Nagel
1998 OBSTITA, AOK, Markkleeberg
1999 Auftauchen, Deutsche Bank, Leipzig
2000 STRICHCODE, Galerie Süd, Leipzig
2001 time-out, Galerie drei, Dresden
MUTABOR, Deutsche Bank, Leipzig

AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN (Auswahl)
1987
X. Kunstausstellung, Dresden (Kat.)
1988 Paare, Galerie Barbakane, Moritzbastei, Leipzig
1988 – 91 1. - 4. Bildermesse, Leipzig (Kat.)
1989 Stand der Dinge, Galerie Junge Kunst, Frankfurt/Oder (Kat.)
225 Jahre Kunsthochschule Leipzig,
Museum der bildenden Künste, Leipzig (Kat.)
1990 StöckArt, Leipzig
Klang und Farbe, Oper, Leipzig (Kat.)
neue Bilder, StöckArt, Leipzig
Leipziger Maler, Gasteig, München und Goethe-Institut, Brüssel
Frauen sehen Frauen, Galerie Barbakane, Moritzbastei, Leipzig
Boden & Oppenhof, Köln
1991 Arche, Krochhochhaus, Leipzig (Kat.), Hannover, Frankfurt/Main
Gast der Gruppe Mult, Olburg, Dänemark
Augenhöhe, Leipzig (Kat.)
Erste Sächsische Grafikmesse, Dresden (Kat.)
Gast der Gruppe Mult, Kopenhagen, Dänemark
1993 Schatzsucher, Galerie Fiedler, Leipzig
Ortswechsel, Frauenkulturzentrum, Frankfurt/Main (Kb.)
Gast der Gruppe Mult, Galerie am alten Markt, Berlin-Köpenick
Autorenausstellung, Galerie am Nicolaikirchhof, Leipzig
1994 Autorengalerie zu Gast bei AWD, Leipzig
Kreisläufe, Grassimuseum, Leipzig
Leipziger Künstler, Galerie Forum, Wels, Östereich (Kat.)
1996 Philip-Morris-Kunstförderung,
Vertretung des Freistaates Sachsen, Bonn
1997 Philip-Morris-Kunstförderung, München,
Galerie Mersmann, Düsseldorf
1999 Sachsen trifft Niedersachsen, KunstRaum e. V.,
Drochtersen-Hüll
1999/00 Galerie Hotel Leipziger Hof, Leipzig
2000 1. LEIPZIGER AUTORENGALERIE, Webag, Dittrichring16, Leipzig
Westbad, Leipziger Jahresausstellung, Leipzig (Kat.)
2001 INSPIRATION Moritzburg, Schloss Moritzburg bei Dresden (Kat.)
2004 Leipziger Jahresausstellung, Leipzig (Kat.)


WERKSTANDORTE
Museum der bildenden Künste, Leipzig
Regierungspräsidium, Leipzig
Regierungspräsidium, Dresden
Kunstsammlung der Sparkasse, Leipzig
sowie in privaten Sammlungen in Deutschland und Dänemark

BIBLIOGRAFIE
Gille, Ina,Caroline Kober, Fb,
Galerie Nord, Leipzig, 1988
Ruthe, Ingeborg, Spuren heftiger Beziehungen,

Für Dich, 23/1990
Ruthe, Ingeborg Gesten wie Schutzhüllen
Bildende Kunst, 7/1990
Michael, Meinhard Caroline Kober
Fb, Galerie Süd, Leipzig, 1990
Agricola, Christiane Expressiv: Caroline Kober
Mitteldeutsche Neueste Nachrichten, 06.03.1990
Behrends, Rainer Katalog der Ausstellung Dreiklang,
Neuer Leipziger Kunstverein e.V. 1991
Michael, Meinhard Dissonanter Dreiklang
Leipziger Volkszeitung, 18.07.1991
Michael, Meinhard Dunkle Gouachen: elegisch und energisch
Leipziger Volkszeitung, 22.05.1992
Nagel, Kirsten Was ich male, bin ich
Neue Arbeiten auf Papier von Caroline Kober, Kreuzer, 6/1992
A.L. Das transgenetische Nashorn setzt an zum Sprung in diese Welt
Leipziger Volkszeitung, 16.09.1993
Weber, Karin Aufzeichnung eines Gesprächs mit Caroline Kober
Ausstellungskatalog Vier in Dresden,
Philip Morris Kunstförderung, 1994
Michael, Meinhard Intensiveres Schweben im Ultramarin
Leipziger Volkszeitung, 15.09.1994
Weber, Karin Im Räderwerk der Zeit
Dresdner Neueste Nachrichten, 20.09.1994
Sommerschuh, Jens-Uwe Weiß nicht, wie es weiter gehen wird
Sächsische Zeitung, 29.09.1994
Meinhard, Michael Caroline Kober
Katalog der Ausstellung AGAIN AND AGAIN, 1995
Henne, Jürgen Der Kober kommt man schwer auf die Schliche
Leipziger Volkszeitung, 03.1995
Weber, Karin Halt im Haltlosen
Dresdner Neueste Nachrichten, 23.02.2001
Sommerschuh, Jens-Uwe Anmutig und still
Sächsische Zeitung, 25./26.03.2001

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Die Wanderung
Malerei
Caroline Kober / Henrik Pillwitz

Rede zur Ausstellungseröffnung, 22.1.2005

Dr. Ina Gille

Zwei Künstler. Zwei Werke. Ein Mann und eine Frau. Eine Wanderung. Beide kommen aus Leipzig, geboren im gleichen Jahr, studiert an der gleichen Hochschule. Caroline Kober studierte vor 89, Henrik Pillwitz nach 89. Leipziger Schule, das ja, aber alte oder neue? Etwa dazwischen? Zu alt für die Neue und zu jung für die Alte? Von den Sortierungen des Marktes her gesehen vielleicht. Aber der sortiert sich eh immer schneller um, wer weiß. Entscheidend sind die künstlerischen Leistungen, ist die Intensität des Arbeitens, die Kraft standzuhalten, sich Zeit zu nehmen, das unverwechselbar Eigene zu finden, eine künstlerische Landschaft zu formen; die andere Art der Erkenntnis. Widerstand gegen all das schreiende Bildmaterial des Alltags, Auseinandersetzung mit ihm. Und die immer wieder neue Suche nach dem, was Kunst ist, was sie kann, was sie soll, wie und wo sie zu verorten wäre. Wandern, nicht Rennen. Wobei Wandern bei den zwei hier Ausstellenden nichts mit deutschem Gemüt und Wald zu tun hat, keine sentimentale Tannenzapfenromantik meint. Es bedeutet Konzentration, Versenkung, Sehen und Erfahren. Zwei auf unterschiedliche Weise weit ins Innere getriebene Werke begegnen sich, ziehen je eigene Kreise, stecken Grenzen ab und bleiben offen für andere Begegnungen. Unspektakulär, fast stur, beide Künstler, konzentrieren sie sich auf ihre eigenen Erfahrungen.

Da ist Caroline Kober mit ihren bis zu den Rändern hin ausgeschriebenen Farbblättern. Subtile Selbstbefragungen, die sich hermetisch verschließen und dennoch offen bleiben, sich an ein Gegenüber wenden. Zarte Schichten von Farbe, meist Acryl, tonig gedämpft, ab und an in leuchtenden Kontrasten, bedecken die Flächen, sinken in die Papiergründe ein. Wieder übermalt, verwischt, können sie zu wolkigen Formationen gerinnen oder Durchsichten in Tiefenräume öffnen. Gespinste, verlorene Illusionen, erneuerte Hoffnungen breiten sich mit ihnen aus.

Hier hinein zeichnet die Künstlerin in klassisch klarer Linienführung, mit spitzem Pinsel, meist schwarz, Köpfe, Gesichter, und Körper, die auf den gemalten Gründen verharren oder sie, nach erneutem Übermalen durchtreiben, auch im Ungefähren wieder verschwinden können. Die Größen unterliegen keiner zentralen Perspektive, sie springen von groß nach klein, fast launig scheint es. Da taucht ein Kopf groß auf, der kleine Körper verliert sich anderswo im Geviert des Blattes. Ein weiteres Blatt läßt einen Körper in einen Kopf hineintreiben, vielleicht auch verschwindet er nur in einer anderen Ebene. Wieder andere Körperteile scheinen fortzufliegen oder sich in Früchte zu verwandeln…

Assoziatives Fragen, vorsichtiges Andeuten: Wer bin ich…wer bist du… kannst du mir nahe kommen… oder will ich es nicht... hat es dich zerrissen… ich bleibe ganz… komm her… geh fort... Phragmentierungen, Verdichtungen. Erzählt wird nicht, wir können höchstens Wortfetzen vernehmen, Rufe, Flüstern und Raunen: Ich strecke die Arme in den Raum. Kann ich mich selbst zur Welt bringen? Was ist mein Raum, mein Ort, oder bleibe ich bodenlos, all dem um mich herum heillos preisgegeben? Gibt es mich überhaupt? Und wer bist Du? Kann ich dich erreichen? Willst du es, will ich es? Sei mir nah! Weiche von mir! Nimm meine Hand, eine treibende Blüte. Halt still, kehr mir dein Gesicht zu, dieser Kopf muss reichen...

Ab und an direkt eine Hand- oder Fußspur der Künstlerin. Nachdrücklich gesetzte nackte Füße; sie ist darübergelaufen, hat zugefasst, ist stehengeblieben, weitergegangen, hat nachgefragt.

Was bezahlt man, was bezahlt Frau dafür, wenn sie künstlerisch arbeitet, wie hoch ist der Preis? Caroline Kobers Blätter zu Eurydike, zu der, die von Orpheus hätte wieder zum Leben erweckt werden können, wenn er sich nicht umgesehen hätte, wie der Mythos sagt in übermächtiger Liebe, kreisen solche Fragen ein, leise, wie angeweht von Schmerz. Als Orpheus durch die Macht seines Gesanges die Götter, die Finsternis bezwungen hatte, was hat er dabei erfahren? Hätte er danach -neben Eurydike-, noch so singen können? Kann er sie nach einem solchen Erlebnis überhaupt zurückgehabt haben wollen, musste er sie nicht wieder zurückschicken ins Reich der Toten, bewusst und nicht sehnsuchtstoll?

Die Künstlerin schlüpft mit ihren Arbeiten in Orpheus´ Gewand, wird selbst zu Orpheus, kann singen, ist somit seiner Versuchung ausgesetzt und bleibt zugleich Eurydike. Was opfere ich für meine Kunst, wie weit gehe ich. Verhaltenes Fragen, vorsichtig. Auf den Blättern stehen sich beide Figuren gegenüber, beinahe wie Geschwister, eines der Spiegel des anderen und manchmal leuchtet es zwischen ihnen Rot oder Schwarz auf, wie eine nicht zu überbrückende Distanz… Gratwanderungen, die Antworten werden nie direkt greifbar, kaum glaubt man sie gefunden zu haben, sinken sie in die Blätter zurück, verklingen, Schwebezustände. Sicher bleibt nur; hier singt eine Künstlerin ihr eigenes Lied, assoziiert es in Farben und Formen, poetische Wanderungen auf dem Papier.

Daneben der Sänger Henrik Pillwitz, ein Sammler und Sucher, der die äußeren Erscheinungen bändigt in Segmenten und Formationen, in Rastern und sich fügenden Ordnungen, der vordringen will in die Mikrowelt des Sichtbaren, sie zu zerlegen ohne das Phantastische preiszugeben, im Gegenteil es neu zu finden, zu erfinden, auf anderer Ebene. Ein naturwissenschaftlicher Blick haftet seinen Arbeiten an, einer der fast kühl nach inneren Zusammenhängen forscht, in diesem Sinn focussiert und ordnet. Doch dieser Blick wird immer wieder gebrochen von Ausbrüchen leidenschaftlicher Nähe, die jede Distanz schwinden läßt, und sich in expressivem malerischen Gestus äußert, in farbschwelgender Tonalität, wie es die Gouachen zeigen, von denen viele direkt vor der Natur entstehen. Gezügelte Nähe, gebändigt in rauschhafter Fülle. In der Natur kann sich der Künstler aufladen, den Blick schweifen lassen wie begrenzen, sich befreien wie unter formalen Druck setzen, es ist zu spüren. Die Malereien auf Leinwand sind suchender, gebauter, abstrakter. Sie leben einen eigenen Farb- und Formkanon aus, wie eine Art Parallelwelt, aus der wirklichen transponiert, nun einem anderen Maß gehorchend. Irritierend wechseln hier Nähen mit Fernen, überlagern sich Formen zu Strukturen. Es gibt organisch Wucherndes, miteinander Verwobenes, neben Senkrechten und Waagerechten, die sich vorhangähnlich zu Netzen und Lineaturen schließen. Oft ist kaum auszumachen, ob die organisch wuchernden Formen die festeren Strukturen zerstören oder von diesen eingedämmt, überlagert werden. Auch scheinen manche der Malereien wie vom Blick auf einen Monitor bestimmt, hier allerdings zu mutwilliger Bildstörung verkehrt, die banalen täglichen Meldungen überschrieben mit eigenwillig fremder Nachricht, daran erinnernd, daß es noch anderes gibt als Superstars und Millionengewinne, größere Zusammenhänge, denen auch wir gehorchen, in die wir eingebunden sind.

Die Oberflächen der Bilder sind entsprechend spröde, ohne gefällige Glätte, eher erdig, überraschen sie durch ungewöhnliche Farbkombinationen, heftige Kontrast wie sanft verwischte Übergänge, immer häufiger gemessen am Schwarz.

Die Ausstellung eine Wanderung, Wanderung im Grenzland. Zwei Werke begegnen sich, berühren sich, ergänzen sich, um sich wieder voneinander abzustoßen. Jedes eine eigene Welt, in der auch wir uns finden können, nachzufragen nach uns.
©Ina Gille

Wir danken Frau Dr. Ina Gille für die Erlaubnis, ihre Eröffnungsrede hier einstellen zu dürfen.

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Letztes Update: 21.9.2006