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Reudnitzer Ortsblatt
'12.97
Hier schlafen Sie mit einem Original
Der Leipziger Hof in der Hedwigstraße
Ein besonderes Hotel steht in der Hedwigstr. 1-3. Sein Motto:
"Hier schlafen Sie mit einem Original." Allerdings schläft
man eher unter dem Original, denn das hängt an der Wand.
Nicht nur in den Gästezimmern, auch in Fluren und Treppenhaus,
Foyer und Restaurant - so gut wie überall schmücken
rund 200 Original-Kunstwerke die Wände im Hotel "Leipziger
Hof".
Der Münchner Atomphysiker und Kunstliebhaber Prof. Dr.
Klaus Eberhard eröffnete das gastliche Haus vor fünf
Jahren. Ab 1993 besuchte er gezielt, vom Leipziger Kunstkritiker
Dr. Peter Guth und anderen gestützt, Ateliers und erwarb
Werke für seine "Hotelgalerie".
Längst über Leipzigs Grenzen hinaus berühmt,
genießt die Sammlung breite Anerkennung. Im "Leipziger
Hof" ist Kunst von den 20er Jahren bis heute versammelt. Schwerpunkt
liegt deutlich auf den letzten zehn Jahren, darunter viele Arbeiten
der Jahre 1989/90, und auf Leipziger Künstlern. Vor zwei
Jahren unternahm der Hausherr einen weiteren Schritt zur Förderung
der hiesigen Kunstszene. Er eröffnete die hauseigene Verkaufsgalerie
mit einer Tübke-Ausstellung. derzeit läuft noch bis
zum 30. Januar als 10.Präsentation "A.O." (= Aufschwung
Ost) mit neuen Werken des Leipziger Malers Sighard Gille, der
das Deckengemälde im Neuen Gewandhaus schuf. Jeweils mittwochs
bis freitags von 16 bis 19.30 Uhr sind die Galerieräume
geöffnet, nach Vereinbarung (Tel.0341/69740) auch zun anderen
Zeiten.
Mit Hotel und Galerie "Leipziger Hof" hat Eberhard einen Grundstein
gelegt für die Verwirklichung seiner Vision eines Leipziger
Künstlerviertels rings um den Neustädter Markt. Nur
müsse es hier nicht unbedingt zu einer Invasion der Steuerberater
und Anwälte wie in München-Schwabing kommen, meint
er. Die Leipziger Neustadt, eines der größten zusammenhängenden
Gründerzeitensembles in Europa, wieder zu beleben, unterstützt
Prof. Eberhard sehr. Mit verschiedenen Initiativen ist er selbst
an die Öffentlichkeit getreten. Zum Beispiel ließen
sich seiner Meinung nach in Erdgeschossen von nicht bewohnten
Häusern Ateliers einrichten, die Künstlern zu günstigen
Preisen vermietet werden könnten. Der Anfang für eine
lebendige Neustadt wäre damit gemacht.
Im vergangenen Jahr hat sich auch der Service des Hotels erweitert.
Der neue Konferenztrakt und erweiterte Galerieräume wurden
angebaut, im Innenhof entstand ein Freisitz. Fürs kommende
Jahr soll das von Eberhard erworbene baufällige Nachbarhaus
Ludwigstr. 46/48 zu künstlerischen Ehren gelangen. Mit
Videoinstallationen, Licht, Geräuschen soll der Eindruck
des Bewohntseins erzeugt und die Ruine für kurze Zeit als
Kunstobjekt zum Leben erweckt werden. Übrigens: Das Restaurant
"Leipziger Hof", neben Intercontinental und Lindner-Hotel bestes
Hotelrestaurant Leipzigs, steht montags bis freitags ab 18 Uhr
auch den Neustädtern offen.
H.S. |