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„Hier schlafen Sie mit einem Original“
15 Jahre Galerie-Hotel Leipziger Hof
Die Wendezeit war geprägt von Pionieren. Einer von ihnen, Professor Dr. Klaus Eberhard, damals Kernphysiker mit Lehrauftrag an der Universität München, kaufte auf Anraten eines Bekannten von einem Münchner Ehepaar eine Immobilie im Leipziger Osten und verwandelte sie in ein Hotel. 15 Jahre später ist der „Leipziger Hof“ vor allem wegen seiner Verbindung von Hotellerie und zeitgenössischer Kunst weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.
Kernphysiker, Hotelbesitzer und Kunstmäzen: Professor Klaus Eberhard.

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Klaus Eberhards Beziehung zur Hotellerie geht zurück auf seine Zeit in München-Garching, wo er einen kleinen Teil des Stadtzentrums, auch mit Hotellerie, gebaut hatte. Da lag es nahe, in Leipzig etwas Ähnliches zu versuchen. Also sanierte der neue Hausherr seit Ende 1992 nicht nur das morbide Eckhaus in der Hedwigstraße 1–3, sondern setzte gleich noch eins drauf: Er integrierte seine heute über 300 Werke umfassende Sammlung der Leipziger bildenden Kunst in Zimmer, Korridore und Treppenaufgänge. Folgerichtig entstand daraus der Slogan „Hier schlafen Sie mit einem Original“. Mit ständig neuen Ausstellungen in den Galerieräumen des Hotels stellt der
Naturwissenschaftler gestandene und junge Künstler sowohl der so genannten „Leipziger Schule“ als auch der „Neuen Leipziger Schule“ vor. Viele, die in Leipzig mit Malerei und Grafik professionell befasst sind, sind in der Sammlung vertreten oder wurden in Ausstellungen präsentiert: Max Schwimmer ebenso wie das Triumvirat Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke. Deren Schüler Sighard Gille, Hartwig Ebersbach, Arno Rink und die „neuen“ Neo Rauch, Michael Triegel oder Matthias Weischer sind zu finden. Mit inzwischen 50 Präsentationen hat der „Leipziger Hof“ das Kulturleben der Stadt bereichert. Die erste Ausstellung galt Werner Tübke – die fünfzigste zeigt Thomas Gatzemeier. Dazwischen gab es 14 Galeriekonzerte, diverse Kabarettabende, Kunstauktionen, Installationen und Podiumsgespräche. Dabei sah es Ende 1992 nicht ganz so rosig aus, wie der inzwischen emeritierte Hochschullehrer in seiner Festrede anlässlich der 15-Jahr-Feier bemerkte: „Man kann heute kaum glauben, dass wir zur Eröffnung das Telefon einem Handwerker aus der Nachbarschaft abkauften, um fürs Hotel wenigstens eine Telefonleitung zu haben. Das Kabel wurde frei über die Häuser hierher gezogen.“ Mit Genugtuung berichtet der heute hauptberufliche Hotelier und Galerist, „dass nach schwierigen Jahren
für die hiesige Hotellerie unser Haus nun wieder seit einigen Jahren gut dasteht.“ Die Herberge verfügt heute über 72 Gästezimmer und Konferenzräume
für bis zu 85 Personen. Die zweite Seite ist die galerie.leipziger-schule, die seit 1995 mit Ausstellungen
bekannter und weniger bekannter
Künstler aufwartet. Gerade diese Vernissagen mit ihren fruchtbaren Streitgesprächen machen das Galerie-Hotel „zu einem lebendigen Kunsterlebnis“,
waren sich die Gratulanten zur Jubiläumsfeier einig.
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