Galerie Hotel Leipziger Hof
Galerie Hotel Leipziger Hof
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Galeriehotel Leipziger Hof
Pressestimmen

Leipziger Geschichte in Kunst
Klaus Eberhards Galerie Hotel Leipziger Hof feiert 15. Geburtstag

Am Anfang war er ein Exot: Klaus Eberhard, geboren 1940 in Dinslaken, als Physiker Lehrstuhlinhaber in München und seit seiner Pensionierung vor rund zwei Jahren hauptberuflich Hotelier und Galerist in Leipzig. Sein hiesiges Galerie Hotel Leipziger Hof feiert gerade seinen 15. Geburtstag. Peter Korfmacher sprach mit dem charismatischen Kunst- und Musik-Besessenen.


 Frage: Wie kommt ein Münchner Physik-Professor aus Dinslaken vom Niederrhein zu einem Kunst-Hotel in Leipzig?
Klaus Eberhard: Ein Freund in München sagte mir sofort nach der Wende: Diese Stadt musst du kennenlernen. Das habe ich dann getan.
  Und das Hotel?
Ich war immer auch wirtschaftlich interessiert, habe in Garching einen kleinen Teil des Stadtzentrums gebaut, auch mit Hotellerie. Da lag es nahe, in Leipzig ebenfalls so etwas zu versuchen. Und auf Grund persönlicher Kontakte ist es diese Immobilie geworden.  
  Wie war der Zustand?

Verheerend. Der Umbau war enorm aufwendig – und hat es damals auch in einige Fachzeitschriften geschafft. Ende 1992 konnten wir öffnen.
  Wie kam die Kunst dazu?
Ich habe schon vorher gesammelt, vor allem zeitgenössische Münchner. Der Impuls, hier mehr und systematisch zu sammeln, kam in Gesprächen mit Leipziger Kunsthistorikern, zum Beispiel Klaus Werner. Ich habe 1991 die erste deutsch-deutsche Ausstellung besucht. „Zone D – Innenraum“ hieß sie. Gemacht hatte sie Werner, in der Untergrundmessehalle unter dem Markt. Was ich da sah, hat mich fasziniert.
Hausherr vor Kunst: Klaus Eberhard vor Michael Fischer Arts Bild „Fernsehturm Berlin“ (Öl auf Leinwand, 2007) Foto: Wolfgang Zeyen

Klaus Eberhard vor Michael Fischer Arts Bild "Fernsehturm Berlin"
Ich habe den Kontakt zu Klaus Werner gesucht. Bei ihm traf ich auf offene Ohren. Überhaupt war das eine sehr kommunikative Zeit.
  Wo haben Sie gewohnt, in dieser kommunikativen Zeit?
Wenn ich Glück hatte, im Hotel Merkur, dem heutigen Westin. Für 395 Mark die Nacht.
  Als Hotelier werden Sie das gerne gezahlt haben …
Ja (lacht), aber so teuer wollte ich doch nicht sein. Es war eine gute Zeit für die Hotellerie, und in den ersten Jahren haben wir gut verdient. Was sich in den späten 90ern geändert hat. Mittlerweile hat es sich wieder beruhigt. Insgesamt kann ich sagen, dass wir weniger Probleme hatten als andere Hotels in Leipzig.
  Hat das mit der Kunst zu tun?
Mittelbar: Sie hat uns bekannt gemacht. Es gab größere Beiträge im Heute-Journal, in der Süddeutschen, bei Artour, das hat sich herumgesprochen. Aber den meisten Gästen, das muss man nüchtern sagen, ist die Kunst eher egal. Einige hat sie sogar gestört: Karl Dall hat einmal gesagt, diese Kunst sei eine gute Hilfe für Suizidgefährdete. Auch das war gut für unsere Bekanntheit.
  Haben Sie also fürs Marketing die Sammeltätigkeit verstärkt?
Nein. Es war eher ein beinahe zwanghaftes Gefühl, dass, wenn ich ein Hotel hier aufmache, Kunst darin sein sollte. Natürlich von Künstlern der Leipziger Schule – so haben wir das damals schon genannt und damit durchaus nicht nur die klassische Leipziger Schule gemeint, sondern auch die jüngere Generation: Gille, Rink, auch Neo Rauch ist schon sehr früh in mein Gesichtsfeld geraten.
  Kannten Sie diese Kunst, bevor Sie nach Leipzig kamen?

Nur das, was hin und wieder in einer Münchner Galerie zu sehen war. Frau von Alvensleben zeigte auch vor der Wende Volker Stelzmann, Neo Rauch und andere Leipziger. Aber weil ich die Qualität hier als deutlich höher empfand als den Grad der Wertschätzung, war es mein Ziel, die Leipziger Schule bekannt zu machen. Der zweite Aspekt beim Aufbau der Sammlung war der Wunsch, zeitgeschichtliche Dokumente der Stadt und der Vorgänge in ihr – mit besonderem Blick auf die Wendezeit – zu sichern und zusammenzuführen, Kunsthistorie und Geschichte zusammenzubringen.
  Ist dieses Kaleidoskop der Kunst und Geschichte Leipzigs aufbereitet?
Einen Katalog gibt es leider noch nicht. Aber wir arbeiten daran.
  Haben Sie die Kunst, wie das Hotel, als Investition angesehen?
Nein, überhaupt nicht.
  Das Hotel läuft immerhin anständig, aber die Preise für die Kunstwerke sind seither nachgerade explodiert …
Ja, bei einigen Künstlern. 1995 haben wir die Galerie des Hotels aufgemacht, mit einer Tübke-Ausstellung. Mittlerweile haben wir fast 50 Ausstellungen gemacht. Nach Tübke kam Michael Triegel. Seine Bilder konnte man damals für einige 1000 Mark haben. Als wir die ersten Weischers zeigten, waren seine Bilder noch für 2000 Euro zu haben, heute erzielt er bei Auktionen 300 000. Über Neo Rauch muss ich Ihnen nichts erzählen.
  Ist Leipzigs Kunst im Bildermuseum hinreichend repräsentiert?
Es könnte und sollte mehr sein! Gerade auswärtige Besucher wollen das sehen. Die lesen und hören auf der ganzen Welt von der Leipziger Schule. Und dann gehen sie ins Leipziger Museum und finden sie nicht. Es gibt hier und da etwas, aber Rink, Gille, die jetzt gut 30-Jährigen finden kaum statt. Dabei müsste doch gerade das Bildermuseum die entscheidenden Fragen klären helfen: Warum ist diese Malerei weltweit so erfolgreich geworden, welche Perspektiven hat sie? Das versucht eher die Kunstsammlung der Sparkasse.
  Und Sie …
Wir werden oft verglichen. Aber der Vergleich hinkt. Erstens ist die Sammlung der Sparkasse viel größer: Sie umfasst etwa 900 Werke, bei uns ist es ein Drittel davon. Häufig hören wir auch, dass wir von einigen Malern die wichtigeren Arbeiten haben.
  Warum?
Wohl, weil ich das große Glück hatte,×schon sehr bald nach der Wende freundschaftliche Kontakte mit den Kunsthistorikern dieser Stadt zu knüpfen, allen voran mit Klaus Werner und Peter Guth. Diese haben bei gemeinsamen Atelierbesuchen nie locker gelassen, dass ich auch alles sehe und nicht nur das, was verkauft werden sollte. Auch wenn ihr Geschmack nicht immer meiner war: Sie hatten den untrüglichen Blick für objektive Qualität.
  Es fällt auf, dass Sie viele Regionalia in der Sammlung haben.
Ja, aber der Anteil ist beständig geringer geworden. Die Zeiten waren andere, als Müller oder Müller-Simon ihre Stadtmotive malten. Es war ein dokumentarischer Akt und ein politischer, die verfallende Stadt zu porträtieren. Das macht heute kaum noch einer.
  Stattdessen?
Wird es wieder abstrakter. Obwohl das Abstrakte nie wirklich fehlte.
  Ist das der Weg, den Leipzigs Malerei einschlägt, wenn die Blase geplatzt ist? Ach, ich glaube nicht, dass etwas platzt. Sicher wird die Hysterie aufhören. Und das ist auch gut so.
  Und wie geht es weiter?
Ich denke, dass die bleiben werden, die heute als Exponenten gelten: Tübke, Mattheuer, Gille, Rink, Rauch, Weischer. Vielleicht einige, die wir noch nicht sehen. Und dann wird die Kunst in Leipzig sich in eine andere Richtung entwickeln.
  Wohin?
Wer wüsste das zu sagen? Aber die Voraussetzungen sind gut. Denn die Hochschule ist bestens aufgestellt. Es kommen gute Leute, nicht nur solche, die mitverdienen wollen. Anbiederei hat nie Zukunft. Aber wer hier ernsthaft arbeitet, in den Genuss der exzellenten handwerklichen Ausbildung gekommen ist und sie verbindet mit persönlicher Handschrift, der ist bestens aufgestellt. Und die Renaissance des Tafelbildes, die nach den Experimenten und Exzessen der letzten Jahrzehnte im Westen in Leipzig ihren Anfang genommen hat, die wird Dauer haben, da bin ich sicher.
Peter Korfmacher

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Letztes Update: 28.03.2008