Galerie Hotel Leipziger Hof
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Galeriehotel Leipziger Hof
Pressestimmen
Leipziger Volkszeitung
3. April 2008

Nackte Frauen
Thomas Gatzemeiers „Melange“ und „In the Spirit of Rubens“
in der Galerie Leipziger Hof

Nackte Frauenkörper treiben mit bizarr verrenkten Gliedern durch ein Universum ohne Zeit und Raum. In der Schwerelosigkeit erstarrt sind die Bewegungen. Ohne dass ein Boden Halt gibt, ist einer von ihnen herabgesunken und liegt, träumend mit offenen Augen, die Haut so aschfahl, als wäre das Leben aus ihm gewichen (Melange, 2007).
Thomas Gatzemeier - Melange
Thomas Gatzemeier, „Melange“, 2007 Öl auf Leinwand, 100x115 cm.             Foto: LH
 
Sündlos nackt beginnt das Dasein, und nackt ist auch der Tod. Adam und Eva waren nackt, bevor sie aus dem Paradies vertrieben wurden. Die Darstellung des nackten Menschen ist so alt wie die Kunst selbst. Thomas Gatzemeier hat den Akt zu seinem zentralen Thema gemacht, das Motiv immer wieder neu und anders aufgenommen. Frauen, Frauen, nackte Frauen logieren jetzt in der Galerie des Hotels Leipziger Hof, von dem der Werbeslogan verspricht: Hier schlafen Sie mit einem Original. Die erotische Anspielung bleibt wirkungslos angesichts des bloßen Fleisches, dem Gatzemeier die Lüsternheit ausgetrieben hat.

Die handwerkliche Perfektion verdankt der 1954 in Döbeln geborene Maler seinem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo Akt und Anatomie zu den zentralen Lehrfächern gehörten. Als Schüler von Arno Rink und Volker Stelzmann hat er die Ausbildung 1980 abgeschlossen. Vier Jahre später traf ihn das Ausstellungsverbot: Sein Bild vom Menschen fiel aus dem sozialistischen Rahmen. Im März 1986 wurde er ausgebürgert. Er lebt seither in Karlsruhe - und nach der Wende auch wieder in Leipzig.

„Mir reicht der Körper, du kannst alles damit machen“, hat er 1988 in einem Interview bekannt. „Deinen Krieg, deinen Frieden, deine Liebe, deinen Hass.“ Geprägt vom Realismus seiner Lehrer hat Thomas Gatzemeier die figurative Malerei zeitweiseverlassen und formale Spielarten gesucht. „Der Garten der Lüste“ (1996) gleicht einem Relief, unter dessen pastös aufgetragenen Farbschichten fleischiges Rosa einen Körper vermuten lässst: Die aufgelöste Form als leibliche Fassung in Farbe.

Logisch, dass unter den Vorbildern Rubens für Gatzemeier einer der Größen ist. 1989/1990 entstehen sechs lebensgroße Tafeln zu dessen „Pelzchen“, für das den Barockmeister seine zweite Frau Helene Fourment 1635 Modell stand. Eine üppige Frau, die nichts trägt als das kostbare Fell eines wilden Tieres, das ihr besiegt nun schmeichelnd dient. Mit der ersten Tafel beginnt eine Metamorphose: Der Körper wird verlassen, seine Hülle füllt sich mit blutrotem Fleisch füllt, entleert sich unter abstrakten Zuckungen. Schließlich kehrt die Schöne zurück, und statt des Pelzes trägt sie eine Stola, als wäre sie ihr von Gustav Klimt um die Hüfte drapiert worden.

Dem Dialog mit Rubens und der Kunstgeschichte folgt eine Kehrtwendung. Gatzemeier holt sich seine Modelle ins Atelier. Es sind schlanke junge Frauen, glatt rasiert, jeder Makel wie für ein Werbeplakat wegretuschiert, porentief rein. Meist auf einem weißen Laken platziert im kahlen Raum machen sich nach studenlangem Posieren Verspannungen und Langeweile breit. Beim Betrachter allerdings auch.

Christine Hochstein
 
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Letztes Update: 11.04.2008