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10.06.02
Polt im Leipziger Hof
Impressionen aus Maghreb, Musik & Küche
Nordafrika ist nah: Der Maler Coppa und
Kabarettist Polt (rechts) vor dem "Maghreb"
Foto: Armin Kühne
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Hell- bis Dunkelblau. Gelb, rosa, rot und
lila. Orange bis braun. Der Himmel leuchtet, die Lehmhütten
reflektieren artig. Die Gewänder vor allem leuchten in
prächtigsten Tönen. Die "Impressionen aus dem
Maghreb", von denen Luigi Coppa nicht genug bekommt,
bestehen aus Licht und Farbe. 38 Nordafrika-Bilder des Italieners
sind jetzt in der Galerie Leipziger Hof zu sehen.
Sie besitzen dieses fiebrige flimmern, das es nur in heißen
Regionen gibt. Es sind hübsche Bilder, angefüllt
mehr mit Sehnsüchten denn mit Inhalten. Sie zeigen Stadtansichten
in der Dämmerung, Straßenhändler vor Gewürzsäcken
und Teppichen, Tuareg in Weiß, gänzlich eingehüllte
Männer, Frauen und "Bambini". Seltsam, sie
alle stehen Portrait und doch scheinen Coppas Bilder abstrakt.
Aus zufälligen Faltenwürfen werden filigrane Linienspiele,
Menschengruppen verschmelzen zu Einheiten.
Dass die Galerie zur Eröffnung am Sonnabend bis auf den
letzten Stehplatz gefüllt war, lag indes nicht nur am
Werk des 1934 auf Ischa geborenen, viel gelobten Malers. Sondern
auch am Münchner Kabarettisten Gerhard Polt, der Einleitendes
spendete und dabei auf wirklich Wesentliches zu sprechen kam.
Denn was treibt den Menschen zu Vernissagen, wenn nicht Speis
und Trank. Im Leipziger Hof ließe sich freilich antworten:
Die Galerie-Konzerte. Denn da strich-zupfte-sägte das
Julius-Klengel-Collegium (die Gewandhausmusiker Christian
Giger, Hartmut Brauer, Matthias Schreiber, Christoph Vietz
und Christian Ockert) nicht nur gkonnte die Saiten, es spannte
auch thematisch einen denkbar weiten Bogen: vom Hoftanz aus
dem 17. Jahrhundert bis zum Ragtime-Schöpfer Scott Joplin.
Dann endlich kam Polt auf seine Kosten. Tomatenessenz, Kalbsröllchen
und Panna Cotta machen das Künstlermenü ausm welches
der Küchenchef in Absprache mit Luigi Coppa kreiert hat.
Hier scheint's zu glücken, das schwierige Verhältnis
zwischen Kunst und Lebenskunst.
hep
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