Galerie Hotel Leipziger Hof
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19.03.2004

Neo Rauch muss warten
Galerie "Leipziger Hof" wagt Onlineauktion und stolpert

Es hätte spannend werden können heute Abend bei eBay. Denn dann Punk 22.19 Uhr sollte die Auktion eines ausgewachsenen Neo Rauchs enden, "Marineschule" von 1995, Öl auf Papier, 107 mal 78 Zentimeter, Startpreis 71 500 Euro. Meist beginnen eBay-Auktionen bei einem Euro. Doch der Leipziger Maler wird längst zu fantastischen Preisen gehandelt, da kann für die einen ein Schnäppchen sein, was für andere ein dreifaches Jahresgehalt bedeutet. Stellt sich nur - eben das ist so spannend - die Frage, ob betuchte Sammler tatsächlich bei eBay mitbieten, gilt doch die Regel: Kunst kauft man, sofern man sie sich leisten kann, beim Galeristen seines Vertrauens. Im weltweiten Computernetz wimmelt es von ersponnenen Identitäten.
Im Fall der "Marineschule" aber ließ sich die Identität des Verkäufers leicht überprüfen, und sie hält jeglicher Prüfung Stand. Handelt es sich doch um den "Leipziger Hof", einer sympathischen Kombination aus Hotel und Galerie in Leipzigs Osten. Will man Einblick in die Leipziger Malerschule erhalten, führt hier eh kaum ein Weg vorbei - wenn auch die vor nicht allzu langer Zeit eröffnete Kunsthalle der Sparkasse inzwischen zur ersten Adresse geworden sein mag.

Stellte Kunstwerke ins Internet: Klaus Eberhard. (Foto: Armin Kühne)

Als "Leipziger Hof"-Hausherr Klaus Eberhard, Professor für Atomphysik, in den 90er Jahren anfing, hiesige Kunst zu sammeln, war das Interesse an Malerei aus Leipzig noch gering, Neo Rauch weitgehend unbekannt. Inzwischen ist die "Marineschule" des Leipziger Meisters zu wertvoll, um Hotelräume zieren zu können. Also veräußert sie Eberhard lieber ("Wir sind ja auch eine Galerie") und investiert statt dessen in junge Kunst.
Doch auch was der "Leipziger Hof" sonst zur Auktion freigegeben hat, konnte sich sehen lassen: Ein Mattheuer von 1972, ein Arno Rink von 1965, eine Käthe Kollwitz-Lithographie, die das Museum der bildenden Künste vor einigen Jahren versteigert hatte. Auch ein mögliches Schnäppchen fand sich: Ein Aquarell von Harry Blume, ehedem Professor an der Hochschule für Grafik- und Buchkunst, stand ab einem Euro zum Verkauf.

Zu verkaufen: Harry Blume: "Spalierbaum im Herbst", Aquarell 35 x 47 cm, 1988

Doch eBay machte Eberhard einen Strich durch die Rechnung: "Angeblich haben wir irgend eine Regel missachtet und flogen vorrübergehend raus", bedauert er. Der Fehler: Um auszuprobieren, ob es funktioniert, gab Eberhard selbst ein Gebot ab - was bei eigenen Artikeln verboten ist. Wen die Angelegenheit mit eBay geklärt ist, soll die "Marineschule" jedoch eine neue Chance erhalten.
Das Internet ist für Klaus Eberhard seit Jahrzehnten ein vertrautes Medium. Als er in den USA lehrte, kommunizierte er mittels eines Wissenschaftsnetzes. Und Kollegen waren es, die später am Forschungszentrum Cern die Sprache entwickelten, auf der das WWW basiert: HTML. Natürlich sind Eberhards eBay-Angebote mit der Möglichkeit einer Vorbesichtigung verbunden. Lässt sich doch ein adäquater Eindruck von Gemälden nicht virtuell vermitteln. Schon deshalb ist bei anderen Auktionen Vorsicht angesagt, bei denen weder die Identität des Verkäufers ersichtlich ist, noch Vorbesichtigungen angeboten werden.

Hendrik Pupat

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Letztes Update: 26.9.2006