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24.02.98
Michael Kunert zeigt in der Galerie
Leipziger Hof "Die schwarze Seite des Bildes", vor der sich
eine bunte Ideenwelt austobt, die keinen Raum kennt.
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Im Galopp durch Galerien: Die Wände,
die der Kunst gehören
Es muß nicht immer weiß, mucksmäuschenstill
und "nur" Ausstellungsraum sein. Mit dem Lottoschein in der
Tasche, entspannt bei einem Kaffee in der Moritzbastei, oder
mit gesundheitlichen Anliegen bei der AOK- was immer einen antreibt:
In Leipzig begegnen wir auch jenseits der Museen einer bewegten
Kunstszene. Ob Hotel, Begegnungsstelle, Geschäftsstelle
oder Verwaltungshaus- die Wände gehören allem, was
kreative Leute von heute auf Holz, Papier oder Video bringen.
Etwas Taktgefühl ist allerdings erforderlich, wenn es die
Cartoons von Detlef Beck sind, die einem derzeit in die Moritzbastei
locken. "Die Witze sind schlecht, aber die Ausführung macht
alles wieder wett"- so jedenfalls betitelt sich das umfangreiche
Werk des Wahlberliners. Macht sich auch ziemlich gut, da an
den mb-Wänden. Aktuelle Gags, einfach, irgendwie nett -
aber auch sehr kleinformatig. Also ran an die Tische (denn die
stehen nun mal direkt davor) und dezent, konzentriert und vor
allem zielgerichtet den Blick auf die Blätter mit den Federzeichnungen
und bunten Karikaturen richten. Damit nicht gleich der Eindruck
aufkommt, man wolle die Kaffeetrinker belauschen... Und wenn
doch, dann liefert bis zum 24. März Detlef Eck ein gutes
Alibi.
Eher kommunikativ ist auch das Ambiente im Klub Gshelka, dem
Cafétreff des Deutsch-Russischen Begegnungszentrums e.V.
in Grünau (An der Kotsche 51), wo bis zum 31. März
die Gemälde des Klempnermeisters Rainer Kresse zu sehen
sind. Es sind Impressionen, die der Hobbykünstler mit expressivem
Farbauftrag auf den Holzgrund spachtelt. Sie bringen leuchtende
Farben in den Raum und von Montag bis Freitag zwischen 10.00
Uhr und 18.00 Uhr Interessierte zusammen.
Was passiert in Leipzigs Osten? Dort zeigt jetzt der experiementierfreudige
Rudolf Voigt ein Werk zwischen allen Stilen. Noch bis zum 8.
Mai bietet der Leipziger in der Galerie am Lottohaus (Oststraße
105) "Einblicke" in sämtliche Genres, Techniken und Themen
der Kunstgeschichte. "Je nach Geistes- und Gemütszustand"
wird alles ausprobiert, von Dürers Zeiten bis zu Braques
Kubismus, von der Federzeichnung bis zur Collage. Zu sehen von
Mo. Bis Do. von 8.00 bis 17.00 Uhr, Freitag von 8.00 bis 12.30
Uhr.
Wieder auf dem Weg zum Zentrum, ist in der Galerie Leipziger
Hof (Hedwigstr. 1-3) bis zum 18. April "Die schwarze Seite des
Bildes" zu entdecken. Michael Kunert zeigt Interieurs ohne Raum
und Zeit, entstanden mit Acryl auf schwarzer Bettwäsche.
Es sind "Träumereien von Dauer", in denen auch schon mal
der blaue Frauenkörper ‡ la Matisse in einem Spiel leuchtender
Farben mitmischt. Mittwochs bis freitags zwischen 16.00 und
19.30 Uhr.
Dann sind da noch die "fragmente" von Alrun Tauché, bis
zum 15. April in der AOK-Geschäftsstelle (Ritterstr. 12)
zu sehen. Als "gedankliche Experimente" will die Jungkünstlerin
ihre abstrakten Arbeiten verstanden wissen. Wie andere Nachwuchskünstler,
sprich Studenten, nutzt sie die Chance, in Geschäftsräumen
der AOK auszustellen. Zu den Geschäftszeiten: Mo., Mi.,
Fr. 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Di. und Do. 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr.
Bewegung kommt schließlich mit der Videoinstallation von
Kate Davis in die Leipziger Kunstszene. Im Projektraum (Nonnenstr.
42a) zeigt die Londoner Künstlerin bis zum 13. März
"As if". Als ob es ein Gemälde wär, auf dem die Figur
zu stapfen beginnt. Jedenfalls von Mo. Bis Fr. zwischen 10.00
und 17.00 Uhr. Tamara Lange |