24. November
2005
Zurück
in die Gegenwart
Kabarett-Urgestein
Siegfried Mahler präsentiert im Leipziger Hof satirisch-humoristische
Klassiker
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satirisch-humoristische Klassiker vor: Siegfried Mahler
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Die
Idee hatte Klaus Eberhard, der Hotelier vom Leipziger Hof,
zu der die Galerie „Leipziger Schule“ gehört.
Gerade wurde in der Hedwigstraße im Leipziger Osten
der zehnte Jahrestag der ersten Ausstellung in der Hotelgalerie
gefeiert, 40 sind es bis heute insgesamt geworden. Oft verbunden
mit kleinen Events aus anderen Kunstsparten, Konzerten beispielsweise.
Derlei Kommunikation belebt die Galerie und soll ausgebaut
werden. „Ich möchte da mal einen Kabarettisten
haben, lass dir was einfallen“, sagte Eberhard deshalb
zu Siegfried Mahler.
Dem Kabarettisten, Textautor und Regisseur Mahler, der 33
Jahre – von 1954 bis 1987 – auf den Brettern der
Leipziger Pfeffermühle gestanden hat, fiel logischerweise
eine Satire-Abend in. Aber kein Soloprogramm aktuellen Zuschnitts,
sondern ein satirisch-humoristischer Klassiker-Abend. „Nur
ideell mit heutiger Satire verbunden – zu Wort kommen
Autoren des deutschsprachigen Kabaretts aus der ersten Hälfte
des vorigen Jahrhunderts. Bis 1933 und ein bisschen Nachkriegskabarett“,
beschreibt Mahler den historischen Bogen seines Projekts,
das heute in der Hotelgalerie startet. Dafür stehen Autoren
wie Otto Julius Bierbaum, „Überbrettl“-Gründer
Ernst von Wolzogen, Fritz Grünbaum ebenso wie Karl Valentin,
Ringelnatz, Kästner oder Tucholsky. „Ich denke,
ich habe da auch etliche unbekannte Texte ausgegraben“,
meint Mahler, der sich sein ganzes Leben lang mit Kabarett-Geschichte(n)
und -Literatur beschäftigt.
Heute als Hobby, früher auch beruflich. Die Pfeffermühle
hat im Laufe ihrer Geschichte mehrere „Klassiker“-Programme
herausgebracht – in den 60ern bereits „Heute geschlossene
Gesellschaft?“ (1966) oder „Was wir ererbt von
fremden Federn“ (1967). In beiden Fällen: Regie
Siegfried Mahler. „In der DDR-Zeit hatten solche Programme
natürlich her historischen Wert. Heute tendieren die
Texte schon wieder zur Realsatire“, glaubt Mahler. Kein
Griff in die Mottenkiste also. „Die Klassiker des Kabaretts
sind wieder in der Gegenwart angekommen. Und bestehen bestens
– wegen ihrer hohen literarischen Qualität und
des perfekten Handwerks ihrer Schöpfer.“
Mahler wird einige knappe Erklärungen zu den gewählten
Autoren geben und aus deren Texten lesen. Sie beim Lesen gestalten
– und wirken lassen. Kein Info-Abend für Literatur-Insider
also, sondern gute Unterhaltung für Kabarett-Interessierte.
Heute,
20 Uhr,
Leipziger
Hof (Hedwigstr. 1-3),
Karten an der Abendkasse
Bernd
Locker
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