Galerie Hotel Leipziger Hof
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Pressestimmen


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LVZ-Logo    22.12. 2001
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Bürgerschreck,
ganz nahe am
Nerv der Zeit

"Vor der großen Flut": Das Kunst-Hotel Leipziger Hof zeigt neue Arbeiten von Michael Fischer-Art

Fischer-Art schreckt, wie man inzwischen weiß, vor wenig zurück. Auch nicht vor heftigen Dimensionen. In Frankfurt/Oder wird nach des Meisters Entwürfen die „größte künstlerisch gestaltete Brunnenanlage“ Europas gebaut. Der Hörsaalkubus der TU Dresden hat gut 2400 Quadratmeter von ihm bemalte Wandfläche, die Leipziger Brühl-Arkaden schon 3000 Quadratmeter. In Sebnitz entsteht nicht ein Hundertwasser-, sondern ein Fischer-Art Haus.

Fischer-Arts Bilder - immer auch farbig-kreischende Attacken gegen langweiligen Intellektualismus oder geheuchelten Tifsinn.
Und dann sind da noch die fast vollendeten Malereien im Eingangsbereich und im Haupttreppenhaus der Leipziger HTWK. Letztere dürften manchen Denkmalpfleger an den Rand des psychischen Zusammenbruchs getrieben haben. Aber was sind die Malaisen von Amtspersonen gegen künstlerisches Selbstbewusstseins? Immerhin: Fischer-Art gibt nur nach außen den Bürgerschreck, in der stillen Hoffnung, dass das eine oder andere Mitglied des Kunst-Establishments erwachen und sich auf die Kunst besinnen möge. Vor allem auf ihren subversiven Gehalt. Darin kennt er sich aus, und das Bekenntnis, Leute für eine Kunst bezahlen zu lassen, die dieselben Leute mehr in Frage stellt, ehrt ihn. Und ihn ehrt auch, dass er jenseits von allem Schickeria-Geschwafel (das er maximal zur Herbeiführung neuer Aufträge benutzt), ungemein konzentriert und besessen arbeitet.

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Personalstil am Nerv der Zeit
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Er hat einen (nicht allseits beliebten, was aber kein Argument ist) Personalstil entwickelt, der nahe am Nerv der Zeit ist und dessen Vorgeschichte sich in einem Spannungsverhältnis zwischen Keith Haring und den U-Bahn-Grafitti beschreiben lässt. Der Vorwurf freilich, dass er diesen Stil gedankenlos und ohne Entwicklung nach Quadratmeterzahlen herunter schmiert, ist schlechterdings falsch.

Das belegt in schöner Weise jetzt die Ausstellung im Kunst-Hotel „Leipziger Hof“. Fischer-Art ist in Südamerika gewesen und die dort anzutreffende Farbintensität konnte, was eigentlich erstaunlich ist, seine Buntheit noch toppen. Aber es ging für ihn nicht um noch mehr Farbigkeit, sondern plötzlich wieder um den Farbauftrag. Die bei ihm lange vorherrschende Oberflächenglätte ist einem pastosen Farbeinsatz gewichen, der die Spuren des Machens trägt. Es gibt sogar Bilder, die man diesem Künstler nie zuordnen würde, wohl aber den französischen Impressionisten („Regenwald“). Daneben gibt es Formen einer neuen Farbeleganz in Gold, Silber und Braun („Fluchtgeganke“), die so bei ihm nie gesehen wurden. Auch die Rückgriffe auf seine allerersten Bilder, die sehr an die Art brut („Nachtwache“) erinnern, zeigen die neuerliche Beschäftigung mit dem künstlerischen Handwerk.

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Lohnender Blick auf den Zeichner
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Und was das betrifft, lohnt durchaus auch ein Blick auf den Zeichner Fischer-Art. Seine Tuschblätter, die an durchzechte Nächte in der Berliner Paris-Bar, wo einst Klaus Kinski randalierte, erinnern, sind grazil und sensibel, ohne dabei den bösen Blick auf die Tischnachbarn (siehe Schickeria) zu verlieren.

Zugegeben: Es gibt auch Grenzen. Manchem Thema kann man sich wohl kaum mit grellen Farb- und Figuren-Gewittern nähern. Das schmerzhafte New York/Afghanistan-Thema, von ihm in mehreren Bildern behandelt, sprengt in seiner vielschichtigen Dimension einfach die Möglichkeiten dieser Malerei, wenn nicht die Malerei überhaupt. Hier gibt sich der bekennende Pazifist Fischer-Art einen agitatorischen Touch, den er aber selbst sofort wieder aushebelt. Diese Bilder sind sicher zu diskutieren, beschädigen aber nicht die insgesamt erfreuliche Begegnung mit Fischer-Art, die ihn weit vielschichtiger zeigt als manche seiner gewohnten Selbstdarstellung. Peter Guth

Bis zum 20.01.2002 im Kunst-Hotel Leipziger Hof, Hedwigstraße 1-3, täglich 10-20 Uhr.
Internet: www.leipziger-hof.de

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Letztes Update: 26.9.2006