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und
GALERIE HOTEL LEIPZIGER HOF
Hier schlafen Sie mit einem Original


Nach ihrem Aufenthalt in unserem Hause schickte uns Frau Marquardt aus Berlin zwei eMails. Sie war nicht nur von unserem Hotel, den Mitarbeitern und der Kunst begeistert, sondern auch fasziniert von "einem erstaunlichen Pärchen" im Biergarten, i.e. unserer dreibeinigen Katze - liebevoll "Dreibeinchen" genannt - und ihrem Freund, einem kräftigen schwarzen Kater.

Wir danken Frau Marquardt für die Erlaubnis,
die Briefe hier präsentieren zu dürfen.





Der Brief vom 14. März 2016

Von: Ute Marquardt
Gesendet: Montag, 14. März 2016
An: klaus.eberhard@leipziger-hof.de
Betreff: Danke für einen schönen Aufenthalt


Lieber Herr Prof. Eberhard,

ich möchte mich ganz herzlich für den schönen Aufenthalt bedanken, den wir in Ihrem Hotel letztes Wochenende verleben durften. Es ist ein ganz besonderes Hotel, durch die Bilder natürlich, aber auch wegen der ausnahmslos freundlichen Kollegen, und zwar nicht nur professionell-freundlich, was ja schon viel ist, sondern menschlich-freundlich, das war einfach großartig. Man spürt wirklich überall den guten Geist, der hinter allem steckt.

Wir sind ganz zufällig auf den Leipziger Hof gestoßen, weil er günstig gelegen war für uns zwischen unserem Seminar am Samstag im Kubus und der Leipziger Innenstadt. Dann waren wir natürlich gespannt auf die Bilder. Es war das erste Mal, dass ich in einem Hotel durch fremde Gänge geschlichen bin! Eine tolle Sammlung, die Sie zusammengetragen haben, wirklich. Und wir haben ja noch lange nicht alles gesehen. Alles gefällt mir übrigens auch gar nicht, aber das gibt's ja auch nicht. Zum Beispiel verstehe ich niemals eines dieser spannenden Bilder von Neo Rauch zur Gänze, auch nicht jenes, das in unserem Zimmer hing, man muss sich ja "hineinlesen" in seine Bilder - aber vielen Dank jedenfalls, dass Sie Ihren Gästen dazu Gelegenheit geben!

Im letzten Sommer waren wir - nur als Ausstellungsbesucher! - im Hotel Metropole in Venedig, weil auch die Besitzer dieses Hotels intensive Sammler sind (und eines der Sammelgebiete kreuzte sich mit meinem - Tanzstundenfächer, tanzstundenfaecher.de; ach, sie haben einen wunderschönen großen Lindenholzfächer aus Österreich, dessen Sinnsprüche ich dort zur allgemeinen Erheiterung übersetzt hab, soweit lesbar ...). Da habe ich erkannt, wie vorteilhaft und naheliegend es für einen Sammler ist, ein Hotel zu betreiben! Aber Ihre Geschichte (bin noch nicht fertig mit Ihrem Buch) geht ja weit darüber hinaus: Es ist absolut erstaunlich, dass Sie das gewagt haben damals gleich nach der Wende - und dass es funktioniert hat, und das bis heute! Dazu kann man Ihnen wirklich nur gratulieren. Und was Sie für die Maler getan haben und tun, ist natürlich kaum geringer einzuschätzen. Schade, dass es so einen wie Sie nicht auch für die Schriftsteller, DDR- und andere und die nächste Generation, auch Kinderbuch-Illustratoren, gegeben hat. Sie sind eine West-Ost-Erfolgsstory, wie es sie noch viel mehr hätte geben dürfen!

Eins muss ich noch loswerden: die Miezekatzen! Wir haben im Hof leider nur das bunte Dreibeinchen und seinen schwarzen Beschützer kennengelernt, es gibt wohl noch zwei? Das war jedenfalls ein erstaunliches Pärchen, so wie die beiden kommunziert haben, da könnte man glatt einen Film drüber drehen. Sonntagmorgen hab ich das Dreibeinchen dann hoch oben im Gestrüpp an diesem Dornröschen-Haus entdeckt und war erst sehr in Sorge (und erstaunt!), dann sah ich aber das wachsame Auge der schwarzen Katze vom Fensterbrett darüber und wusste, dass das so üblich ist. Bitte kaufen Sie das Dornröschen-Haus und belassen Sie es so - bevor es jemand anders kauft und saniert! Wo sollen die beiden denn dann schlafen? Da Sie wohl auch ein großer Katzenfreund sind, haben Sie bestimmt auch schon darüber nachgedacht ;-) Ich hab dann übrigens, nach einem Hinweis einer Ihrer Kolleginnen, zwei bemalte Ostereier von Ihrer Frau an dem Magnolienstrauß mit Häschen und Kätzchen entdeckt und gekauft. Beneidenswert, wenn man so etwas kann! Bitte ein großes Kompliment ausrichten. Diese Ostereier stehen jetzt hier vor mir, jedes in einem kleinen Weidenring, vertragen sich auf das Beste mit den sorbischen und böhmischen und erinnern mich an die beiden Miezen im Hof und an ein schönes Wochenende in Ihrem unvergesslichen Hotel.

Herzliche Grüße aus Berlin
Ute Marquardt



Unser Antwortschreiben vom 11. April 2016

Von: Klaus Eberhard - Galerie Hotel Leipziger Hof
Gesendet: Montag, 11. April 2016
An: Frau Ute Marquardt


Liebe Frau Marquardt,

über Ihre wunderbare E-Mail haben wir uns alle sehr gefreut, ich danke Ihnen dafür und habe ein ganz schlechtes Gewissen, Ihnen erst heute zu antworten.

Ihre Formulierung "nicht nur professionell-freundlich, was ja schon viel ist, sondern menschlich-freundlich" hat unsere Mitarbeiter besonders gefreut und es ist eine ganz besondere Anerkennung, die gut tut. Danke auch für Ihr Lob für unsere Kunstsammlung, auch wenn Ihnen - wie Sie schreiben - einiges nicht besonders gefallen hat.

Unserem Dreibeinchen und ihrem schwarzen Freund scheint es gut zu gehen, sie haben sich inzwischen in der Ruine, die Sie liebenswürdiger Weise das "Dornröschen-Haus" nennen, eingerichtet und turnen draußen im Knöterich an der Hauswand herum. Dreibeinchen läuft jetzt auch schon viel besser mit ihren drei Beinen, wir nehmen an, dass sie im "Dornröschen-Haus" geboren wurde und ein Waschbär, der mal in unserm Hof gesichtet wurde, ihr das Bein abgebissen hat. Die beiden anderen Katzen, die Sie ansprechen, sind wohl Dreibeinchens Mutter und eine Schwester von ihr. Alle kommen prima miteinander aus und wir füttern sie täglich.

Das "Dornröschen-Haus" habe ich übrigens vor rd. 20 Jahren schon erworben und ich gehe davon aus, dass unsere Vierbeiner noch lange dort leben können. Wir haben damals einige Fußballnetze an der Wand befestigt und unten Knöterich angepflanzt, der inzwischen das Dach erreicht hat. So ist es im Sommer ein schöner, grüner Biergarten.

Ihr Lob für die Ostereier habe ich an meine Frau weitergegeben. Sie hat sich gefreut!

Über ein Wiedersehen würde ich mich sehr freuen!

Nochmals vielen Dank, mit herzlichen Grüßen
Klaus Eberhard



Der Brief vom 15. April 2016

Von: Ute Marquardt
Gesendet: Freitag, 15. April 2016
An: klaus.eberhard@leipziger-hof.de


Lieber Herr Prof. Eberhard,

vielen Dank für Ihre nette E-Mail und die guten Nachrichten aus Leipzig! Ich denk wirklich gern zurück an dieses einmalige Katzengespann in Ihrem Hof und bin froh zu wissen, dass für die ganze Katzenbande so gut gesorgt ist. Da gehört Ihnen das Dornröschen-Haus schon! Das is 'n Ding. Ein Glück, katzenspielplatzmäßig jedenfalls (aber: Krieg dem Waschbären!) Und bei der "Dornenhecke", vielmehr Knöterich, wurde also nachgeholfen - gute Idee! So hat man mitten in der Stadt, selbst wenn die Hecke unbelaubt ist und die Backsteinmauer durchguckt, einen wirklich märchenhaften Eindruck, und das ist - wenn Sie mich fragen - viel schöner als jede frisch sanierte Fassade. DAS kann ja jeder. Von den stets dekorativen Kletterern ganz zu schweigen.

Inzwischen habe ich auch Ihr Buch durchgelesen - wirklich ein Glück, dass Sie damals alles aufgeschrieben haben. Was Sie da alles erlebt, wen Sie alles kennengelernt haben! Es war eine so spannende Zeit, und man vergisst so viel. Etliche Leute musste ich schon googeln - "Ach DER war das!" ... Ich war übrigens 1989 auch erst 20, muss man dazu sagen, und wurde als Kind zu den Kunstausstellungen in Dresden mitgenommen, die Sie vermutlich auch besucht haben. Damals war ich natürlich eher ein Freund der gegenständlichen Malerei, eigentlich immer noch. Tatsächlich gefällt mir z. B. Mattheuer ebenfalls am besten, wenn er bloß landschaftlich ist, das ist mir erst bei Ihrem Buch aufgefallen. Ebenso, dass es ohne Mattheuer keinen Rauch gegeben haben könnte, auch wenn der das sicher bestreiten würde :-) Übrigens, wie Sie so, sehr diplomatisch, diese Künsterpersönlichkeiten, die Sie kennengelernt haben, einschätzen - das deckt sich sehr mit den Ansichten, wie sie mir aus DDR-Zeiten über die berühmten Maler in Erinnerung sind. Es wurde sehr viel diskutiert damals, kann ich mich erinnern, über den vermeintlich selbstherrlichen Tübke in Frankenhausen oder die gruseligen großformatigen Akte von Sitte ("Aufreger" würde man heute sagen); Mattheuer ein Schlitzohr, aber im Grunde in Ordnung ... Nach der Wende hat man dann für lange Zeit die Verbindung zur einheimischen Kunst verloren, da war einfach anderes wichtiger und die ganzen neuen Einflüsse interessanter. Aber ich kann Ihre Leidenschaft für Bilder, schöne und interessante, absolut verstehen.

Dass Sie auch wirtschaftlich erfolgreich waren und sind mit dem Hotel, dazu kann man Ihnen nur gratulieren. Einfach kann's wirklich nicht gewesen sein. Das Erfolgsgeheimnis liegt wohl eben darin, dass nicht nur die Bilder und Künstler das Haus zu etwas Besonderem machen, sondern eben auch dieser gute Geist der echten Freundlichkeit, der in Ihrem Hotel herrscht. Und - ohne Humor kann's damals auch nicht gegangen sein, das merkt man auch beim Lesen Ihres Buches. Ich hätte z. B. zu gern Ihr Gesicht gesehen, als Sie damals mit dem noch real existierenden Trabi mit kaputter Beifahrertür durch das sich gerade wendende Leipzig gefahren sind. Ach, Sie hätten am besten ganz Leipzig übernehmen sollen, dann sähe es jetzt (noch) schöner aus! Und so manche Mumpitz-Entscheidung wäre der Stadt erspart geblieben. Also wenn Sie mal als OB kandidieren, mach ich Wahlkampf für Sie :-) Werbung für das Hotel machen wir sowieso.

Auf alle Fälle kommen wir wieder und freuen uns schon darauf. Ich bitte dann um schönes Wetter, schon wegen des Biergartens! In Leipzig musses doch ooch mal warm sein ... Und vielleicht treffen wir Sie dann auch wieder, das würde mich sehr freuen. Ich wollte Sie nämlich auch noch was fragen in Ihrer Eigenschaft als Atomphysiker ...

Alles Gute und herzliche Grüße, auch natürlich an all die netten Kolleginnen und Kollegen im Hotel und, wenn es sich ergibt, an das Dreibeinchen und seine Freunde!

Ihre Ute Marquardt


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letztes update: 28.10.2016