Sighard Gille im Leipziger Hof

Im Jahre 1997 stellten wir erstmals Arbeiten von Sighard Gille in unserer Galerie aus. Eröffnet wurde die Ausstellung durch den Münchner Kabarettisten Gerhard Polt.

Die Ausstellung trug den Titel: "A. O.".


Gerhard Polt (li.) eröffnete die Ausstellung seines Freundes Sighard Gille. Beide halten einen Teil der von Gille hergestellten "Solidaritätstorte" in Händen, die Gille bei der Ausstellung anschnitt und symbolisch Gerhard Polt ca. 3/4 davon überreichte und sich selbst ca. 1/4, um darauf hinzuweisen, dass der nach der Wende von der Regierung beschlossene Solidaritätszuschlag nicht nur von West-, sondern auch von den Ostdeutschen zu zahlen war.


Am nächsten Morgen beim Frühstück im Galerie Hotel Leipziger Hof; beide tragen sich ins Gästebuch ein.


Die Leipziger Volkszeitung berichtete am 29/30.11.97:

Die neue Ausstellung von Sighard Gille im Hotel Leipziger Hof eröffnete der Münchner Kabarettist Gerhard Polt, eigens dazu aus der bayrischen Landeshauptstadt an die Pleiße gedüst. Beide Hände salopp in den Taschen, überraschte der vierschrötige Bayer die Gäste mit der trockenen Feststellung: "Da ich von Kunst keine Ahnung habe, werde ich auf keinen Fall über Kunst reden!" Eine Viertelstunde lang erzählte Polt lang Anekdoten aus dem Künstler-Milieu, und die Gäste bogen sich vor Lachen. Der angeblich "kunstahnungslose" Polt hat seinen Freund Gille bei Leipziger Gastspielen noch zu DDR-Zeiten kennengelernt. Da Westkünstler mit Gagen in DDR-Währung meist nichts anfangen konnten, legten sie die "Chips" oft in Kunst an.

In einem weiteren Beitrag von Peter Guth schrieb die Leipziger Volkszeitung:

Galerienbummel der besonderen Art
Kunstentdeckungen - zwischen Kabarett-Einlage, Mythos und Präzision

Leipzigs Kunstszene ist die Landschaft, in der Peter Guth, ausgewiesener Kunsthistoriker und -publizist, für uns regelmäßig auf Entdeckungsreisen geht. Auf der Suche nach Überraschendem, Wichtigem, Ausstrahlendem ... Auch diesmal wurde er fündig.

Station Leipziger Hof

Kabarett-Urgestein Gerhard Polt war eigens herbeigeeilt, um für Freund Sighard Gille im Kunsthotel "Leipziger Hof" die Ausstellung "A.O." zu eröffnen. Was er zur Kunst selbst beizubringen hatte, war freilich nicht der Weisheit letzter Schluß: Daß die Unterschiede zwischen Ost und West in diesem Bereich so groß nicht seien, denn im allgegenwärtigen "Röhrenden Hirsch" wäre längst vor der Wende die Einheit vollzogen worden und es sei wahrscheinlich, daß dies nun der gemeinsame künstlerische Beitrag zum vereinten Europa werde. Naja. Immerhin war so der Grundtenor der Schau umrissen: Ein kabarettistischer.

Das Kürzel "A.O." steht für Aufschwung Ost - den nämlichen attacktiert Gille mehrfach. Ein mächtig dimensioniertes Bild dieses Titel zeigt, wohin er zielt: Der große Kuchen geht zu drei Vierteln an "die da drüben", der Rest an die Leute hier. Gesehen werden darf das auch als Darstellung der Lastenverteilung des Solizuschlags. Derlei wird sehr weit vorn vorgetragen, durchaus auf Kosten der malerischen Qualität. Da gerät auch ein Gruppenportrait, "Drei deutsche Maler" (1997) zum Grenzfall: Heisig, Gille und Mattheuer als böse alte Onkels die Tugenden des psychologischen Portraits sind perdu.

Auf Mattheuer hat Gille zur Eröffnung noch extra draufgehauen: Mit einer Paraphrase auf dessen Plastik "Jahrhundertschritt". Bei Gille heißt das "Jahrhundertschwelle" und zeigt die zerrissene Menschheit auf global-amerikanischem Donald-Duck-Fuß.

Doch letztlich wird der Betrachter versöhnt. Denn Gille kann immer zeigen, daß er ein wichtiger Maler ist - und er zeigt es auch hier: Mit sehr dichten, freilich bereits einige Jahre alten Bildern wie "Teetisch" (1992), "Mathilde preußischblau" (1992) oder "Nachfeier" (1994). Auch sein Selbstportrait "Professor auf bergblau" (1993) ist bemerkenswert. Es enthält die Substrate, die man schätzt: Farbkraft, Verve und Ironie. Aber das ist nicht einfach Kabarett.


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Die Eröffnung der Ausstellung im Jahre 1997 wurde bis spät in die Nacht gefeiert. Gegen 4 Uhr früh bauten Gerhard Polt, Sighard Gille und Hausherr Klaus Eberhard die 'Jahrtausendschwelle' in der Ausstellung ab, da der Raum am nächsten Morgen für eine Veranstaltung gebraucht wurde. Den nächtlichen Abbau hat Sighard Gille später im Bild dargestellt.


Abbau der 'Jahrtausendschwelle' durch Gerhard Polt (v. li.), Sighard Gille und Klaus Eberhard.

... und schenkte die Arbeit später Hausherrn Klaus Eberhard zu dessen 60. Geburtstag.

Sighard Gille (re.) überreicht Klaus Eberhard die Arbeit.

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Sighard Gille und Klaus Eberhard bei einem Spaziergang durch Leipzigs Stadtteil Eutrizsch

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... während der Ausstellungseröffnung seiner Schülerin Martina Munse (re.) in unserer Galerie.

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... mit Prof. Dr. Klaus Werner (Mi.), zur Zeit der Aufnahme dieses Fotos Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst, und Hausherrn Prof. Dr. Klaus Eberhard (re.) bei der Eröffnung seiner Meisterschüler-Ausstellung "Kostprobe". In Hintergrund eine Arbeit von Matthias Weischer.

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Sighard Gille half bei der Vorbereitung der Ausstellung seines Freundes Luigi Coppa in unserer Galerie. Die Ausstellung wurde von Tini und Gerhard Polt initiiert und tatkräfig unterstüzt. Von links: Sighard Gille, Tini Polt, Marianna Coppa, Luigi Coppa.


... die Eröffnung wird gefeiert, hier mit Tini Polt.

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... während der Eröffnung der Ausstellung von Saane Süßmilch (re.) in unserer Galerie.

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... während der Eröffnung der Ausstellung von Michael Fischer-Art (li.) in unserer Galerie

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Fotos von der Eröffnung der derzeitigen Meisterschüler-Ausstellung (noch bis 14.5.2006):


Die Ausstellung wurde eröffnet durch den Leipziger Kunsthistoriker und Kunstkritiker (MDR, Leipziger Volkszeitung,..) Dr. Meinhard Michael (Mi.).


... mit seiner Assistentin Martina Munse.


... inmitten der Galeriebesucher während der Eröffnung.


... mit Malerkollegen Wolfram Ebersbach.

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Weitere Fotos und Informationen finden Sie auf den Internetseiten unseres Hauses www.leipziger-hof.de (>> Kunstgalerie und andere Seiten)

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