Galerie Hotel Leipziger Hof
Galerie Hotel Leipziger Hof
Hedwigstr. 1-3
04315 Leipzig
Tel: 0341/6974-0
Fax: 0341/6974-15
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vom 08. Februar 2008
Schlafen neben dem Original
Im Leipziger Hof hängt eine namhafte Kunstsammlung.
Atomphysiker Klaus Eberhard hat vor 15 Jahren ein Haus
der Gründerzeit gekauft und zum Stadthotel umgebaut
LEIPZIG. „Im Leipziger Hof funktionieren Hotel und Kunst gemeinsam.“ Klaus Eberhard, Münchner Professor für Atomphysik, inzwischen auch Hotelier, Sammler und Galerist, hat vor genau 15 Jahren in einem Arbeiterviertel im Leipziger Osten ein verfallenes Gründerzeithaus gekauft und zum Hotel umgebaut. Die Galerie und seine Kunstsammlung mit inzwischen mehr als 250 Werken sind fester Bestandteil des Gesamtkonzepts. Durch sie wird das Hotel zu einem lebendigen Kunsterlebnis, offen für alle, für Künstler, Kunstfreunde, Genießer und natürlich für Hotelgäste. Die Räume im Innenhof werden meist für Tagungen genutzt. Der Architekt Roland Büch hat hier die gleichen Ideen umgesetzt wie in seinem Großprojekt, dem Münchner Flughafen. In der angeschlossenen Atelierwohnung arbeiten oft wochenlang Künstler aus Tschechien und der Ukraine.

Lob im Fernsehen
Diese Symbiose aus Hotel- und Kunstbetrieb veranlasste Wolf von Lojewski bereits 1997 im Heute-Journal des ZDFs zu der Bemerkung: „Dieses Haus ist „nicht das größte oder teuerste aller Hotels, aber eines der anregendsten, gemütlichsten, interessantesten in Leipzig.“ Den Professor hat es zufällig dorthin verschlagen. Schließlich war die Stadt beim ersten Besuch 1991 noch recht marode. Doch er sah ihren Charme, entdeckte das Haus und investierte. Was vor 15 Jahren mit 24 Zimmern begann, konnte Klaus Eberhard durch den Erwerb der angrenzenden Häuser inzwischen auf 73 Zimmer und zwei Suiten erweitern. Die Küche des Restaurants Die bisherigen Folgen dieser Serie finden genießt einen guten Ruf. Sauna und Whirlpool ergänzen das Programm. Rund 7 Mio. Euro hat Eberhard im Laufe der Jahre investiert. Die Ideen gehen nicht aus: Galeriekonzerte, Lesungen, Kabarettabende, Auktionen, Vernissagen. Und auf jedem der klassisch-komfortabel eingerichteten Zimmer liegen handsignierte Bücher des Leipziger Schriftstellers Erich Loest.

Klaus Eberhard - Foto: Petra Mewes
Ein Münchner in Leipzig: Klaus Eberhard erfreut Hotelgäste mit einer der angesehensten privaten Kunstsammlungen des 20. Jahrhunderts - Foto: Petra Mewes

Vor zwei Jahren emeritierte Klaus Eberhard. Die Betriebswirtschaft, einst parallel zum Physikstudium als Nebenfach belegt, nützt ihm heute. Schon allein deshalb, weil das Hotel am hart umkämpften Leipziger Markt effizient arbeiten muss. „Wir haben einen starken Wettbewerb.“ Von 1996 bis 2000 erlebte das Haus schwierige Zeiten, ein Hotel nach dem anderen öffnete. Doch Eberhard behauptet sich mit dem Nischenprodukt. Dort hängen Bilder von Neo Rauch, Matthias Weischer und jungen Künstlern der „Neuen Leipziger Schule“ neben Werken von Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer, Reinhard Minkewitz und Bernhard Heisig. Der Sammlung gebührt ein besonderer Platz unter den Privatsammlungen deutscher Kunst des 20. Jahrhunderts. Der Slogan „Hier schlafen Sie mit einem Original“ zieht nicht nur kunstinteressierte Touristen an, sondern vor allem an den Wochentagen ganz normale Geschäftsläute.

Petra Mewes