Galerie Hotel Leipziger Hof
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19.11.2002

Kunst ohne Krach-Bumm: Reinhard Minkewitz im Leipziger Hof
Spiel in edlem geistigen Raum

"Sternenglanz" (2002),
Kohle auf Leinwand, 170 x 89,5 cm

Dass Reinhard Minkewitz zum Besten gehört, was Leipzig an Zeichnung und Druckgrafik aufbieten kann, ist inzwischen bekannt und bedarf des Kommentars nicht. Längst hat er auch die Malerei und die Plastik für sich entdeckt und macht auch hier eine gute Figur. Das mit der Entdeckung von Neuland ist freilich so eine Sache, dann zumal, wenn sie mit Selbstironie (und Minkewitz kann ohne weiteres selbstironisch sein) gepaart ist. Denn es kann passieren, dass der Betrachter diese Ironie nicht so recht begreift. Und eben das widerfährt der Laserschnitt-Skulptur "Pelzchen" (2002), bei der unter den Schnitten des durchdringenden Lichts veritabler und kuschelweich erfühlbarer Pelz hervorlugt. Das steigert zwar die Lust zum Streicheln, für den einen oder anderen mag Erotik im Spiel sein, aber die hat insgesamt doch eher etwas Anzügliches.

Das ist deshalb so erstaunlich, weil man Minkewitz sonst nun gerade Anzüglichkeit bestimmt nicht vorwerfen kann. Im Gegenteil: Seine Blätter spielen zumeist in einem edlen geistigen Raum, der sich dem Schmutz menschlicher Niedrigkeit schlicht verschließt. Irgendwo sind Minkewitz' Arbeiten immer Gegenentwürfe zu einer moralisch ziemlich weit herunter gekommenen Welt. Bei ihm ist die Liebe rein, dito die Landschaft. Und die grafische Linie sowieso.

Im Leipziger Hof kann er diese Eigenschaften großzügig ausspielen. Aus dieser beeindruckenden Mappe "Lichtungen", die insgesamt 40 Blätter umfasst, zeigt er die Hälfte. Dazu die großen Kohlezeichnungen auf Leinwand, die zwischen Grafik, Malerei und antikisierendem Relief oszillieren.

Reinhard Minkewitz bringt etwas Merkwürdiges fertig: Er kann zwar den Betrachter auf die Perfektion des technischen Machens festnageln: Wie er eine Linie poliert, das Korn in Perfektion bringt ("Zur Morgenzeit"), wie er Stift, Rohrfeder ("Sternenglanz") oder Punzstich beherrscht ("Umarmt von Dunkelheit") - das ist allemal atemberaubend. Aber er kann auch, was für den Nicht-Grafiker, den "gemeinen Betrachter" viel wichtiger ist, eine Welt zaubern, die wie an flimmernden Tagen oder im Dämmerlicht sich permanent zu verändern scheint, fließende Grenzen hat, noch alles für möglich hält.

Hier ist die Rede von einer stillen Welt, die wie Minkewitz' Kunst überhaupt ohne Krach-Bumm auskommt. Aus diesem stillen Heranarbeiten an das, was Leben auch bedeuten könnte, schälen sich allmählich, von Zeichnungen und Malereien begleitet, seine Bildkommentare zum Gilgamesch-Epos heraus. Die kultivierte Ausstellung im Leipziger Hof gibt uns die Chance, den Beginn eines wahrscheinlich wichtigen Werkabschnitts zu verfolgen.
(c) Peter Guth

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Letztes Update: 26.9.2006